Übergabe zweier Förderbescheide im Bildungszentrum Simmerath

30.10.2018

Das Bildungszentrum (BGZ) Simmerath der Handwerkskammer Aachen erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Förderung von rund 113.000 Euro. Der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesregierung Thomas Rachel MdB, der den Wahlkreis Aachen-Land betreut, überreichte in Simmerath in Begleitung von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns den Förderbescheid an den Kammerpräsidenten Dieter Philipp. Die Handwerkskammer Aachen und das Land NRW zahlen zudem jeweils rund 38.000 Euro.

„Unsere duale Berufsausbildung ist ein Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die regionalen Bildungsstätten wie das BGZ Simmerath sind wesentlicher Akteur, wenn es darum geht, Fachkräfte zukunftsfest aus- und auch weiterzubilden“, so der Dürener Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel (CDU). Damit der aktuellste Stand der Technik in den Qualifizierungsangeboten eingesetzt werden kann, unterstützt das Bundesbildungsministerium Anschaffungen des Bildungszentrums im Bau, Dachdecker- sowie Maler und Lackierbereich. Beispielsweise werden fünf Unterrichtsräume mit interaktiven Bildschirmen ausgestattet und Ausbilder erhalten Laptops für CAD-Anwendungen.

„Diese Investitionen tragen dazu bei, die Lernumgebung dieser überbetrieblichen Bildungsstätte zu modernisieren. Entscheiden sich junge Menschen für eine Ausbildung im dualen System, werden ihnen attraktive Qualifizierungs- und Karrierewege geboten“, zeigt sich Christdemokrat Rachel überzeugt.

 

Lesen Sie hier meine Rede

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute wieder bei Ihnen im Bildungszentrum Simmerath zu sein, freut mich sehr. Denn: das BGZ ist wichtiger Akteur für die Qualifizierung der Fachkräfte in der Region und auch über ihre Grenzen hinaus.

Die Handwerkskammer Aachen ist mit ihren Bildungszentren in Simmerath, Aachen und Düren in vielen Bereichen engagiert. Um zwei ganz essentielle Dinge herauszugreifen: Sie leisten mit der Berufsorientierung einen wichtigen Beitrag, um die jungen Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Denjenigen, die sich für eine Ausbildung entscheiden, bieten Sie eine zukunftsfeste Qualifizierung.

Mehr als 500.000 Jugendliche im Jahr wählen die duale Ausbildung als Einstieg in ihr Berufs- und Arbeitsleben. Sie ist Erfolgsmodell mit ihrer Kombination aus Praxis und Theorie und zentrales Element der Fachkräftesicherung. Sie ist international in hohem Maße anerkannt und wird von anderen Staaten gerne als Vorbild für den Aufbau eigener Systeme genutzt.

Wichtig ist: Die akademische und die berufliche Bildung bestehen nebeneinander als gleichwertige Bildungskarrieren. Zwar ist die Gleichwertigkeit formal an vielen Stellen bereits gegeben, z.B. nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen. Dennoch ist dies in der Wahrnehmung der Menschen oft noch nicht so. Das klassische Vorurteil, ein Akademiker verdiene mehr als ein Nicht-Akademiker, stimmt so nur bedingt. Auch vor Arbeitslosigkeit kann eine duale Ausbildung mit anschließender Aufstiegsfortbildung häufig noch besser schützen als ein Studium.

Und dort, wo kleine und mittlere Unternehmen die Ausbildungsleistung wegen ihrer Spezialisierung oder dem laufenden Produktionsbetrieb nicht alleine stemmen können, leisten die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten wichtige Ergänzung. Sie sichern damit nicht nur die Ausbildungsfähigkeit der KMU, sondern vor allem auch die beruflichen Zukunftschancen ihrer Auszubildenden.

Um Sie bei dieser Aufgabe zu unterstützen, fördert der Bund bereits seit über vier Jahrzehnten die moderne Ausstattung und Gebäude der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. Wir erwarten dabei jeweils auch das finanzielle Engagement der Länder und der Träger – alle drei Akteure haben ein großes Interesse an einer hohen Ausbildungsqualität und finanzieren daher hier gemeinsam.

Das Bundesbildungsministerium hält seine Unterstützung auf hohem Niveau und stellt jährlich insgesamt 72 Mio. Euro bereit.

Damit sich die Bildungsstätten für eine moderne Ausbildung unter digitalen Anforderungen rüsten können, werden davon jährlich 30 Mio. Euro mit dem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung speziell für Digitalisierungsvorhaben bereitgestellt.

Mit dieser zusätzlichen und attraktiven Unterstützungsmöglichkeit sollen die Bildungszentren dazu angeregt werden, die neuen oder geänderten Qualifizierungsanforderungen aus der zunehmend digitalen Arbeitswelt in die überbetriebliche Ausbildung zu integrieren.

Auch wenn aus NRW grundsätzlich eine hohe Nachfrage nach den Mitteln aus dem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung zu verzeichnen ist, bestehen weiterhin gute Chancen auf Fördermittel.

Unbestritten ergeben sich mit den digitalen Geräten neue Fragen. Die Ausbilderinnen und Ausbilder benötigen gute Ideen, Unterstützung und vor allem auch Zeit, um neue Technologien gewinnbringend in die Unterweisung zu integrieren.

An vielen Stellen bringen die neuen technischen Möglichkeiten erhebliche Mehrwerte. Wo kann eine digitale Simulation die Auszubildenden an reale Arbeitssituationen heranführen, ohne Risiko für Unfälle? Wo kann mir ein digitales Abfrage-Tool helfen, die Aufmerksamkeit und Begeisterung der Auszubildenden zu gewinnen? Hier sind neue Ideen gefragt. Die Ausbildungsordnungen und auch Unterweisungspläne sind weitestgehend technikoffen gestaltet.
Auszubildende und Erwerbstätige müssen durch eine fundierte Aus- und Weiterbildung auf die sich durch die Digitalisierung neu ergebenen bzw. veränderten Kompetenzanforderungen vorbereitet werden.

Wie mit dem Koalitionsvertrag vereinbart, wird das Bundesbildungsministerium seine Maßnahmen zur Ausrichtung der dualen Ausbildung auf die Erfordernisse einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Wirtschaft weiterführen und ausbauen.

Dazu zählt, wo erforderlich, Berufsbilder kontinuierlich zu modernisieren und auch die Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben und Bildungsstätten, die Lehrkräfte an den Berufsschulen und auch die Prüferinnen und Prüfer entsprechend zu qualifizieren.

Auch sollen die Schulen, darunter die beruflichen Schulen, mit dem DigitalPakt digital ausgestattet werden.

Aber auch mit dem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung ist in 2019 nicht Schluss. Die Regierungsparteien haben explizit vereinbart, das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung auszuweiten.

Zurück zu Ihnen bei der Handwerkskammer Aachen: Auch Sie sind engagiert, stets mit dem technischen Fortschritt zu gehen und die jungen Menschen auf dem aktuellen Stand der Technik zu qualifizieren. Damit Sie hierfür gut ausgestattet sind, habe ich Ihnen heute gleich zwei Förderbescheide mitgebracht:

Damit Sie erstens die Ausstattung für die Bauberufe, Dachdecker und Maler hier in Simmerath auf den neuesten Stand bringen können, beteiligt sich das Bundesbildungsministerium mit 112.787,37 Euro. Daneben bringen das Land NRW und die Handwerkskammer Aachen jeweils rd. 38.000 Euro ein.

Damit Sie zweitens im Bildungszentrum, der BGE, in Aachen mit Schweiß-Simulatoren in erweiterter Realität ausbilden können, beteiligt sich das Bundesbildungsministerium mit 89.967,17 Euro, die Handwerkskammer muss dann noch rund 10.000 Euro beisteuern.

Diese Gelder sind für eine moderne Qualifizierung der Fachkräfte gut investiert! Meinen Dank für Ihr Engagement! Weiter so!