Kfz-Ausbildung: Lackieren? Erst simulieren! Staatssekretär Rachel überreicht Förderurkunde für Digitalisierung im TraCK

26.10.2020

Düren. Die Digitalisierung in der Kfz-Ausbildung schreitet voran: Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, MdB, hat am heutigen Donnerstag eine Förderurkunde für die Modernisierung der Fachkräfteausbildung ins Trainings-Centrum für Kraftfahrzeugtechnik der Handwerkskammer Aachen gebracht.

Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Handwerk informierte sich Rachel vor Ort in den Werkstätten über den Ausbau der technisch-digitalen Ausstattung.

Parlamentarischer Staatssekretär Rachel bekräftigte: „Für die wirtschaftliche Stärke unseres Landes ist die duale Ausbildung entscheidend. Sie ist ein attraktives Angebot für junge Menschen und der Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben. Gut ausgebildete Fachkräfte werden dringend benötigt. Wichtig sind dabei moderne und digital unterstützte Bildungsangebote. Unsere künftigen Fachkräfte sollen über genau die Fähigkeiten verfügen, die in ihrem Berufsleben und in der zunehmend digitalen Welt gebraucht werden. Diese Chance nutzt die Handwerkskammer Aachen hier in Düren mit der Förderung aus dem Bundesbildungsministerium.“

Die Gesamtausgaben belaufen sich auf rund 117.000 Euro, der Anteil der Bundesförderung aus dem Sonderprogramm für Digitalisierung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten liegt bei 90 Prozent, also rund 105.000 Euro. Angeschafft werden unter anderem eine motorische Schlagschere, eine hydraulische CNC-Abkantpresse, ein interaktives Board sowie ein Schweißsimulator.

Im Praxistest demonstrierten Ausbilder und Auszubildende dem Parlamentarischen Staatssekretär Rachel einen Lackiersimulator. Hier trainieren die Auszubildenden, Karosserieteile präzise zu lackieren, bevor sie Lackierpistole und Materialien einsetzen. Das Training mit dem Simulator ist mit Hygiene-Maßnahmen auch aktuell möglich und mit der Pandemie-Schutzverordnung vereinbar.

TraCK-Leiter Andreas Klaus beschrieb am Beispiel des Lackiersimulators die Vorteile von VR-Geräten in der beruflichen Bildung: „Der Simulator wertet die Arbeitsschritte sofort aus. Dozent und Teilnehmer können also sofort besprechen, was falsch läuft und auch aus dem lernen, was andere schon besser machen. Sie müssen nicht erst Trockenzeiten abwarten oder etwa eine Autotür erst wieder abschleifen, um die Übung von vorne zu beginnen.“ Die Übungen seien ohne Materialeinsatz möglich, was Kosten und Ressourcen spare.

„Der Fortschritt im Handwerk ist eng mit der Nutzung digitaler Möglichkeiten verknüpft“, sagte Kammer-Präsident Marco Herwartz. „Die Berufe des Handwerks befinden sich in einem Entwicklungsprozess, der teilweise rasant Fahrt aufnimmt.
Wir tragen in diesem Prozess die Verantwortung, junge Menschen fit zu machen für die aktuellen Anforderungen ihres künftigen Berufsalltags im Handwerk.“ Herwartz betonte: „Wir müssen achtsam die Entwicklungen des digitalen Marktes verfolgen, abwägen und möglichst vorausschauend investieren. Denn nur eine zeitgemäße Ausstattung unserer Werkstätten ermöglicht es den Lehrenden in unseren Bildungszentren, ihr Wissen und Können auch praxisnah weiterzugeben.“

Auch Wilhelm Grafen, Geschäftsführer der Bildungsstätten, betonte beim Besuch des Staatssekretärs, wie wichtig es sei, schon in der Ausbildung mit dem technischen Fortschritt mitzuhalten. „Einerseits geht es darum, unsere Auszubildenden mit den modernen Arbeitsmethoden vertraut zu machen. Darüber hinaus schaffen wir dadurch auch die Grundlage, auf der unsere Absolventen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine mögliche berufliche Selbstständigkeit besser einschätzen lernen.“

Das TraCK in Düren ermöglicht Auszubildenden im Kfz-Handwerk auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern mit 140 Schulungsplätzen in Werkstätten und Hörsälen die komplette praktische und theoretische Qualifizierung in diesem Berufsfeld.

Pressemitteilung: copyright Handwerkskammer Aachen