JARA Center for Simulation and Data Science eingerichtet

20.11.2018

RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich stellen sich gemeinsam den Herausforderungen unserer Zeit

Anlässlich der Einrichtung des JARA Center for Simulation and Data Science (JARA-CSD) luden RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich gemeinsam zum JARA-Tag ein. Mit dem Center tragen die JARA-Partner der wachsenden Bedeutung der Simulations- und Datenwissenschaften Rechnung. Das JARA-CSD ermöglicht zukünftig eine noch engere Forschung der Jülicher und Aachener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesen Wissenschaftsgebieten.

„Kompetenzen bündeln – Zukunft gestalten‘ ist das zentrale Motto der Jülich Aachen Research Alliance. Die Einrichtung des JARA Center for Simulation and Data Science und die damit verbundene Bündelung der Expertisen auf dem Gebiet der Simulations- und Datenwissenschaften ist eine konsequente Weiterentwicklung dieses Mottos“, berichtet Prof. Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen, während des JARA-Tags 2018 zur Einrichtung des neuen Centers. „Neben Theorie und Experiment sind Simulations- und Datenwissenschaften längst zur dritten Säule der Forschung geworden“, ergänzt Prof. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. „Das neue JARA-CSD zielt auf die Weiterentwicklung der Simulations- und Datenwissenschaften ab. Im Fokus des Centers stehen wissenschaftliche Fragestellungen, die gemeinsame Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Kooperation mit der Wirtschaft.“

Höchstleistungsrechnen und Simulation

Das JARA-CSD führt Rechner- und Dateninfrastrukturen, Nutzerunterstützung sowie methodische und disziplinäre Forschung in den Bereichen Simulation, Datenanalyse und Technologien des High Performance Computings (HPC) aus den einschlägigen Bereichen der beiden Partner zusammen. So werden ausgezeichnete Bedingungen für die Erforschung zukunftsrelevanter Themen geschaffen. Bereits erfolgreich etablierte Strukturen beider Standorte, beispielsweise das Center for Computational Engineering Science, der RWTH-Profilbereich Computational Science & Engineering oder die Sektion JARA-HPC werden innerhalb des neuen Centers vereint und um neue Komponenten ergänzt. „Der intelligente Umgang mit großen und gleichzeitig heterogenen Datenmengen, ist eine der bedeutenden Herausforderungen unserer Zeit, sowohl für den Wissenschafts- als auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Zur Bewältigung des Digitalen Wandels brauchen wir innovative Lösungsstrategien und JARA –CSD stellt eine solche Lösung dar. Durch die innovative Verknüpfung von exzellenten Forschungsinfrastrukturen, modernen Methoden der Wissenschaften wie Modellbildungen und Simulationen und kluger Köpfe und Ideen aus Aachen und Jülich wird ein Mehrwert entstehen, der weit über die Region hinausgeht“, erklärt Parlamentarischer Staatssekretär des BMBF Thomas Rachel, MdB. Das JARA-CSD ermöglicht unterschiedlichsten Forschungsdisziplinen den Zugang zu Kompetenzen, Forschungsmethoden und Infrastrukturen in den Bereichen des hochparallelen Rechnens und der Simulationswissenschaft.

Bereits jetzt steht den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Sektion JARA-HPC in Jülich und Aachen eine Gesamtleistung von etwa 20 Petaflop/s, das heißt 20 Milliarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde, für ihre Forschung in einem modularen Supercomputing-Komplex zur Verfügung. Eines der Ziele des JARA-CSD ist es, die Rechner- und Dateninfrastrukturen an den beiden Standorten komplementär und synergetisch zu betreiben und auszubauen. Darüber hinaus soll es einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Methoden zur Lösung grundlegender und angewandter wissenschaftlicher Herausforderungen leisten. „Die stetige Weiterentwicklung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens ist eine wesentliche Voraussetzung für internationale Spitzenforschung. Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund haben mit erheblichem finanziellen Aufwand Voraussetzungen geschaffen, die den Standort Jülich-Aachen zu einem der Zentren des Hoch- und Höchstleistungsrechnens in Deutschland und Europa machen. Die vorhandenen Kompetenzen und Kapazitäten des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen werden nun unter dem Dach des JARA-CSD zusammengeführt – und damit weiter gestärkt", sagte Annette Storsberg, Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

Experten für Simulations- und Datenwissenschaften ausbilden

Die Nachwuchsqualifizierung hat einen besonders hohen Stellenwert innerhalb des JARA-CSD. In das Center ist daher die School for Simulation and Data Science (SSD) integriert. Sowohl die wissenschaftlichen Aktivitäten der German Research School for Simulation Sciences (GRS) als auch die Graduiertenschule Aachen Institute for Advanced Study in Computational Engineering Science (AICES) gehen in der School auf. Ergänzend zu internen Förderinstrumenten profitiert die School auch von extern eingeworbenen Förderungen, wie etwa dem Internationalen Graduiertenkolleg Modern Inverse Problems From Geometry and Data to Models and Applications (MIP) und der Helmholtz School for Data Science in Life, Earth School and Energy (HDS-LEE).

Die SSD umfasst alle Karrierestufen des wissenschaftlichen Nachwuchses. Durch die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung sowie die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen können sich die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler während ihrer Qualifizierungszeit optimal auf ihre Karriere vorbereiten.

 

JARA – Jülich-Aachen Research Alliance

Die Jülich Aachen Research Alliance, kurz JARA, welche 2007 gegründet wurde, ist ein deutschlandweit einzigartiges Kooperationsmodell der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich. Sie überwindet das Nebeneinander von universitärer und außeruniversitärer Forschung und Lehre, um komplexen Fragestellungen mit vereinter Forschungskompetenz und -kapazität zu begegnen. Die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich verknüpfen in JARA gezielt Forschungsfelder, auf denen sich ihre jeweiligen spezifischen Stärken wirkungsvoll ergänzen, und schaffen unter dem Motto „Kompetenzen bündeln, Zukunft gestalten“ ein wissenschaftliches Umfeld der Spitzenklasse.

 

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