Dürener Automobilzulieferer erhält Förderung durch Bund

11.12.2020

• Anschaffung eines modernen Härteofens: Technologie-Invest von 1,5 Millionen Euro für energieeffizienten Härteofen wird zu etwa 20 Prozent durch Wirtschaftsministerium des Bundes gefördert
• Moderner Vakuumofen für die Härterei: Energieeffizientes Verfahren zur Oberflächenhärtung von Komponenten für Pkw-Antriebswellen
• 570 Tonnen CO2 Einsparungen jährlich
• Inbetriebnahme für Januar 2021 in Vorbereitung; MdB Thomas Rachel zur Einweihung der Anlage eingeladen

Düren, 11. Dezember 2020. Neapco, ein international tätiger Automobilzulieferer mit Sitz in Düren, geht mit viel Motivation in den Jahreswechsel. Seit Oktober baut die Belegschaft eine neue Anlage in der Härterei auf. Rund 1,5 Millionen Euro fließen in diese Anschaffung. Der so genannte Vakuumofen wird für die Oberflächenhärtung von Komponenten für Antriebswellen und Differentiale eingesetzt, den beiden Kernprodukten von Neapco in Düren. Es handelt sich dabei um eine Maschinen-Ersatzbeschaffung mit besonders energieeffizienter Auslegung, die anteilig mit rund zwanzig Prozent durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)1 gefördert wird.

Die Investition in eine moderne Vakuumofen-Technologie für die Härterei erlaubt es Neapco, durch CO2 Reduktion in der Produktion einen wesentlichen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Gleichzeitig kann der Automobilzulieferer auf diese Weise die gesamte Wertschöpfungskette so optimieren, dass die Produktionskosten sinken. Beides sind entscheidende Wettbewerbs¬faktoren für eine nachhaltige Ausgestaltung des Standorts, in betriebswirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht gleichermaßen.

Mit dem neuen Vakuumofen-Verfahren können künftig über 570 Tonnen CO2 eingespart werden. Neben den daraus resultierenden Energiekosten-Einsparungen, tätigt Neapco einen wichtigen Beitrag für die CO2-Ziele der Energiewende. In der hauseigenen Härterei von Neapco erfolgte die Warmbehandlung bislang noch in Öfen mit Technologiestand der 50er Jahre. Damit blieb die Energieeffizienz der Härterei weit hinter den Möglichkeiten heutiger Härteanlagen zurück. 

„Die Förderung durch die BAFA ist in doppelter Hinsicht ein Riesenerfolg für uns. Sie unterstreicht eindrucksvoll auch die erneuerte Unterstützung, die wir seitens unserer US-amerikanischen Konzernmutter erfahren. Neapco in Düren spielt eine wichtige Rolle im Transformationsprozess des Gesamtkonzerns. Die hier entwickelte Verfahrens¬technik und die hier vorgelebten, höchsten Anforderungen an die Qualität unserer Komponenten, setzen industrieweite Maßstäbe. Damit sichern wir uns einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Wir gehen hoch motiviert ins Jahr 2021, denn wir haben viel vor. Neben der konsequenten Suche nach weiteren Möglichkeiten, unsere Nachhaltigkeits¬ziele und den CO2-Rucksack unserer Produkte fortlaufend zu verbessern, werden wir vor allem an Produkten für Elektromobilität weiterforschen. Damit unterstützen wir die Transformationsziele des Landes NRW auf dem Weg zur Modellregion2 Elektromobilität“, sagt Dr. Jürgen Liermann, Geschäftsführer der Neapco Europe GmbH.

„Bei der Antragsstellung wurden wir tatkräftig von der Lokalpolitik unterstützt sowie durch die Dürener Wirtschaftsförderung „Win.DN“, vertreten durch Winfried Kranz-Pitre. Ein ganz besonderer Dank gilt Herrn MdB Thomas Rachel, unserem Bundestagsabgeordneten für den Kreis Düren, den wir zur Inbetriebnahme des neuen Ofens recht herzlich in der Härterei begrüßen möchten“, fügt Liermann hinzu.

Der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesregierung Rachel, zeigte sich ebenso erfreut über diese Förderung. „Strom und Wärme müssen noch effizienter genutzt werden, damit die Energiewende ein Erfolg wird. Wer energieeffizient handelt trägt zum Klimaschutz bei, denn weniger CO2-Emissionen werden ausgestoßen. Es freut mich, dass auch Neapco bei uns im Kreis Düren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet und durch den Bund gefördert wird“, so der Parlamentarische Staatssekretär Rachel.

„Derartige Antragsverfahren sind uns nicht so geläufig gewesen. Neben der hohen ingenieurswissenschaftlichen Leistung aus der Verfahrenstechnik und Produktentwicklung, haben wir viel administrative Mühe in die Vorbereitung der Antragsunterlagen gesteckt. Das war gar nicht so leicht für uns. Ich freue mich sehr über die Bewilligung der Förderung. Es ist gut zu sehen, dass auch ein Industrieunternehmen aus Düren in der Lage ist, Fördergelder zu bekommen. Wenn wir gut bezahlte Industriearbeitsplätze in Nordrheinwestfalen erhalten wollen, ist die Förderung von wirtschaftenden Unternehmen auch in unserer Region Europas ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Und wenn diese Mittel, wie das Beispiel unseres Härteofens, dann auch noch auf die globalen Umweltziele einzahlen, gibt es eigentlich nur Gewinner“, kommentiert der Projektverantwortliche Jörg Freialdenhoven.

„Unser Härteofen Ludwig hat das Rentenalter schon längst erreicht. Es ist großartig, dass dieses Projekt durch die Förderzusage des Bundes in Höhe eines dreistelligen Tausenderbetrages geadelt wird. Seit über 50 Jahren zeichnet unsere Belegschaft hier am Neapco Standort Düren die Fähigkeit zur Modernisierung aus. Neapco ist aktiv an der Transformation von Antriebs- und Fahrwerktechnologien beteiligt. Sowohl im Engineering als auch in der Produktion können unsere MitarbeiterInnen sehr stolz darauf sein, dass wir uns immer wieder mit Erfolg auf neue Produkte und veränderte Marktbedingungen einstellen können“, so der Neapco Betriebsratsvorsitzende Jürgen Müller.

Die Ausrichtung auf Elektromobilität und das hohe Know-how der Dürener Belegschaft sind wichtige Faktoren für die nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Neapco hat in den zurückliegenden drei Jahren massiv in die Weiterentwicklung und Modernisierung von Produktportfolio und Produktionsprozessen am Standort Düren investiert, um Antriebswellen und weitere Komponenten für den Einsatz in elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zu entwickeln und zu fertigen.

©Neapco