ika nimmt hochdynmaischen Fahrsimulator in Betrieb- Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel eröffnet wegweisende Anlage

Datum: 07.10.2016

Zur Erfüllung wachsender Anforderungen an die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und die Effizienz des gesamten Transports bedarf es nicht nur innovativer und interdisziplinärer Lösungsansätze, sondern auch moderner Forschungs- und Entwicklungsmethoden. Die Fahrsimulation ist hierfür eine sehr leistungsfähige Möglichkeit, bei Forschung und Entwicklung neuer technischer Lösungen den Mensch sehr früh einzubeziehen. Am Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen ist dank Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ein hochdynamischer Fahrsimulator entstanden, der heute im Rahmen einer Feierstunde mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel MdB, offiziell in Betrieb genommen wurde.

Vor dem Hintergrund von weltweit mehr als 1,2 Millionen Verkehrstoten, der zunehmenden Urbanisierung bei gleichzeitig stark wachsendem Güter- und Lieferverkehr und der Endlichkeit fossiler Ressourcen gilt es Mobilität neu zu denken. Dafür müssen die notwendigen Technologien, Systeme und Fahrzeuge zunächst definiert, erforscht und entwickelt und schließlich abgesichert werden. Die Komplexität dieser Aufgabe erfordert zum einen die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller relevanten Akteure, zum anderen innovative, leistungsfähige Methoden und Forschungsinfrastruktur.

Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel, stellt die Bedeutung der Forschung für die Verkehrssicherheit heraus: „Dank modernster Entwicklungen gelingt es immer besser, die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Forschung hilft, unsere Gesundheit und unser Leben auch in gefährlichen Situationen besser zu schützen. Deswegen freue ich mich, dass wir heute mit dem neuen Fahrsimulator einen Meilenstein in der Erforschung sicherer und automatisierter Fahrzeuge erreicht haben." Im Fahrsimulator der RWTH Aachen lässt sich zum Beispiel einfach und sicher abbilden, was ein Fahrer künftig eigenverantwortlich ausführen wird und welche Möglichkeiten es geben wird, Fahraufgaben an das Fahrzeug zu delegieren. Das BMBF hat den Aufbau des Fahrsimulators mit 3,743 Millionen Euro gefördert.

Dank dieser Förderung sowie der Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Hochschulleitung konnte nun am ika der hochdynamische Fahrsimulator errichtet werden. Dieser ist nicht nur ein sehr wertvolles Werkzeug zur Erforschung des vernetzten und automatisierten Verkehrs der Zukunft, sondern in seiner Dynamik eine für die freie Forschung europaweit einzigartige Anlage.

Der Fahrsimulator kann in der Forschung eingesetzt werden, um ein neuartiges Fahrerlebnis darzustellen und zu bewerten, das technologisch noch gar nicht real umsetzbar wäre. Ferner kann er aufgrund der gefahrlosen Darstellung und exakten Wiederholbarkeit kritischer Verkehrssituationen dazu genutzt werden, die Wirksamkeit und Akzeptanz von Systemen und Funktionen valide abzusichern. Hierfür können mit ihm Studien mit Experten und Probanden einfach und effizient durchgeführt werden.

Gemeinsam mit dem parlamentarischen Staatssekretärs im BMBF, Thomas Rachel, dem Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Marcel Philipp, sowie weiteren hochrangigen Vertretern aus Industrie, Wissenschaft und Politik wurde die Anlange heute in Betrieb genommen. Die Gäste hatten dabei die Gelegenheit, die Anlage aus nächster Nähe live zu erleben. Zusätzlich konnten sie auch den neuen statischen Fahrsimulator sowie die Temperier-Akustikkammer im neuen für den Fahrsimulator errichteten Gebäude des ika besichtigen.

Der hochdynamische Fahrsimulator stellt ein zentrales Element in der in den vergangenen Jahren systematisch ausgebauten Kette von Forschungs- und Entwicklungswerkzeugen zukünftiger Fahrfunktionen der RWTH Aachen dar. Gemeinsam mit weiteren Bausteinen, wie beispielsweise dem Aldenhoven Testing Center und der dort in den kommenden zwei Jahren entstehenden urbanen Testumgebung ist der Profilbereich Mobility & Transport Engineering der RWTH Aachen in der Lage, den gesamte Prozess von der ersten Idee bis zur finalen Freigabe eines Produkts darzustellen und zu unterstützen.