Bund fördert Forschungsprojekt in der Altenpflege - Startschuss bei St. Gereon in Hückelhoven


Datum: 01.03.2016

Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel MdB übergibt Förderzusage für das Forschungsprojekt Pflege-Prävention 4.0.

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Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), über­reichte heute im Alten- und Pflegeheim St. Gereon die Förderzusage für das Forschungsprojekt „Pflege Prävention 4.0“. Das BMBF unterstützt das Vorhaben mit rund 1,06 Mio. Euro.

Partner des Forschungsvorhabens sind neben den Alten- und Pflegeeinrichtungen St. Gereon die Deutsche Angestellten Akademie Ostwestfalen-Lippe, das Deutsche Institut für Angewandte Pflegeforschung, die MA&T Sell & Partner GmbH aus Aachen sowie das Regionalzentrum West der Johanniter Seniorenhäuser.

„Wir werden in Deutschland zukünftig noch deutlich mehr Fachkräfte in der Pflegebranche brauchen als bisher. Die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern und gleichzeitig Konzepte zu entwickeln, wie Menschen in Pflegeberufen selber gesund bis zu Rente arbeiten können, ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Hier setzt das Vorhaben Pflege Prävention 4.0 an. Wegweisende Konzepte für die Gesundheitsprävention und Arbeitsgestaltung in der Pflege sollen erarbeitet werden.“, betonte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel. 

In dem Projekt werden sich Altenpfleger und Altenpflegerinnen in allen berufsbiografischen Phasen von der Ausbildung bis zum Berufsende mit der eigenen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit auseinandersetzen und beispielhaft mit den Wissenschaftspartnern ein Modell der Gesund­heitsprävention erarbeiten, das die Ausübung des Berufes bis in das Rentenalter hinein ermöglicht. Unterstützend werden digitale Technologien und technische Assistenzsysteme zum Einsatz kommen. Ebenfalls entwickelt werden neue Strategien zur Rotation zwischen verschiedenen Dienstleistungsangeboten von Einrichtungen der Altenpflege. Die Maßnahmen werden vor dem Hintergrund skandinavischer Erfahrungen in diesem Kontext reflektiert. Parallel werden Konzepte entwickelt, um die Arbeit in Altenpflegeeinrichtungen durch präventionsfördernde Arbeitsvielfalt und Dienstleistungsvielfalt grundsätzlich aufzuwerten und damit die Attraktivität der Tätigkeit zu erhöhen.

„Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen sind von großer Bedeutung. Es freut mich sehr, dass das Forschungsprojekt in der Altenpflege in Hückelhoven durchgeführt wird.“, betont der Heinsberger Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers MdB. Auch der Landtagsabgeordnete Gerd Hachen MdL freut sich über die neuen Ansätze der „Prävention“ in Pflegeberufen.Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, und Georg Hammann von den Johanniter Seniorenhäusern im Raum Köln betonten, dass sie große Hoffnungen mit diesem neuen Forschungsprojekt verbinden. „Wir haben in den letzten Jahren unsere Dienstleistungsangebote systematisch ausgebaut. Wir werden das Projekt nutzen, um passende Tätigkeitsangebote für die jeweilige Lebenssituation unserer Mitarbeiter/innen weiter entwickeln zu können. Junge Mütter haben von den Arbeitszeiten und den Arbeitsinhalten her z.B. andere Anforderungen an Arbeitsinhalte und Arbeitszeit als erfahrene Fachkräfte, deren Kinder „aus dem Gröbsten raus“ sind, oder als ältere Mitarbeiter/innen, die z.B. eine körperlich weniger belastende Tätigkeit wünschen. Von der koordinierenden Präsenzkraft in unseren Hausgemeinschaften über die „klassische Pflegekraft“ in unseren Pflegetouren bis zur Arbeit in der Tagespflege und ambulanten Pflege bieten wir ein breites Tätigkeitsspektrum an. Im Rahmen des Projektes möchten wir unser Dienstleistungsspektrum z.B. in Form von spezifischen Angeboten für beatmungspflichtige Patienten, für Palliativpflege oder für geriatrische Rehabilitation noch erweitern, um dann nach dem Motto „Wollen – sollen – können“ den Mitarbeiter/innen auch den Wechsel zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten zu ermöglichen. So sollen insbesondere die Motivation, die Arbeitszufriedenheit und die Gesundheit auf einem hohen Niveau erhalten bleiben. Unser Elearning-Angebot und iPad-gestützte Dokumentationstechnik erleichtern dabei das Erlernen neuer Fachinhalte und die Erledigung der notwendigen Arbeiten zur Leistungserfassung und Rechnungsvorbereitung“, so Bernd Bogert.