Bessere Therapien durch Medizininformatik

Datum: 11.07.2017

BMBF fördert im Rahmen der Medizininformatik-Initiative einen Verbund u.a. unter Beteiligung der RWTH Aachen und in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich / Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Rachel: „Ein digital vernetztes Gesundheitssystem hilft Patienten besser zu beraten und zu therapieren“

 

Das Verbundvorhaben SMITH der drei universitätsmedizinischen Standorte Aachen, Leipzig und Jena in Kooperation mit externen Partnern wie u.a. dem Forschungszentrum Jülich wird als einer von vier Verbünden vom BMBF im Rahmen seiner Medizininformatik-Initiative gefördert. An den drei Universitätsstandorten werden in enger Kooperation mit den externen Partnern Datenintegrationszentren etabliert. Die Zentren ermöglichen eine institutionen- und standortübergreifende Nutzung elektronischer Gesundheitsdaten aus der Krankenversorgung und der patientenorientierten Forschung.

 

Beraten von einem international hochkarätig besetzten Expertenkreis hat das BMBF jetzt entschieden, 4 Verbünde, bestehend aus 17 Universitätskliniken und rund 40 weiteren Partnern, in die vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase der Medizininformatik-Initiative aufzunehmen. Hierfür stellt das BMBF rund 120 Mio. € in den nächsten vier Jahren zur Verfügung.

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt mit seiner Medizininformatik-Initiative die Weichen für eine wirkungsvolle digitale Medizin, die beim Patienten ankommt. Ziel ist es, die wachsenden Datenschätze – von Röntgenbildern bis hin zu Erbgut-Analysen – in einer nationalen Infrastruktur zu verknüpfen, um daraus neues Wissen für eine bessere Gesundheitsforschung und Versorgung zu gewinnen. In verschiedenen medizinischen Anwendungen – von der personalisierten Krebstherapie über die Behandlung von Multiple Sklerose bis hin zur Intensivmedizin – werden die Verbünde den Mehrwert dieser digital vernetzten Medizin für die Patientinnen und Patienten demonstrieren.

 

SMITH will den Mehrwert dieser Datennutzung an drei Anwendungsfällen demonstrieren: So entwickelt der Verbund innovative datenanalytische Methoden und Werkzeuge, die aus elektronischen Patientenakten automatisiert medizinische Informationen gewinnen. Diese Informationen können helfen, Versorgungsabläufe zu erforschen und zu verbessern. Dies will SMITH durch zwei klinische Anwendungsfälle belegen. Auf Intensivstationen sollen Patienten-Management-Systeme kontinuierlich ausgewertet werden, um den Zustand der Patientinnen und Patienten automatisiert zu überwachen. Dies ermöglicht ein schnelleres therapeutisches Eingreifen. In einem weiteren Anwendungsfall unterstützt ein computerbasiertes Entscheidungshilfesystem Ärztinnen und Ärzte beim leitliniengerechten Einsatz von Antibiotika. Dies soll die frühzeitige und gezielte Bekämpfung bakterieller Infektionen verbessern und das Auftreten von Antibiotikaresistenzen reduzieren.

 

Anlässlich der Förderentscheidung äußerte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Thomas Rachel hoffnungsvoll: „Im digitalen Zeitalter sind Ärzte und Forscher weltweit vernetzt. Sie generieren tagtäglich neue Daten und Informationen. Doch bisher gleicht die digitale Medizin einem Internet ohne Suchmaschinen: Eine gewaltige Menge an Informationen, die sich kaum erschließen oder nutzen lässt. Unsere Zukunftsvision ist es, dass alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abgerufen werden können und so eine bessere Beratung und Therapie von Patienten ermöglicht wird.“  

 

Weitere Informationen:

www.bmbf.de
www.bmbf.de/de/medizininformatik-3342.html