Deutsch-Türkisches Wissenschaftsjahr


Einleitungsstatement des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel MdB am 23. Januar 2014 in Berlin:

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute Nachmittag werden wir das Deutsch-Türkische Wissenschaftsjahr feierlich eröffnen. Die Eröffnungsveranstaltung zu unserem gemeinsamen Wissenschaftsjahr ist der vorläufige Höhepunkt einer langjährigen wechselvollen und sehr abwechslungsreichen Geschichte.

Sie reicht weit in die Vergangenheit zurück, in die sechziger Jahre, in die Vorkriegszeit, und bis ins Osmanische Reich.

Aus dieser langen Tradition hat sich eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt, von der beide Seiten immer profitiert haben.

Bis heute haben sich in dieser Forschungskooperation des BMBF mit dem Türkischen Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technologie und dem türkischen Forschungsrat TÜBITAK zwei Instrumente besonders bewährt:

Einmal ist es das INTENC-Programm, es steht für Intensified Cooperation, das erstmalig im Jahr 2007 und zuletzt im Herbst 2012 ausgeschrieben wurde.

Hierbei geht es um Projekte, die gemeinsam mit TÜBITAK (dem wissenschaftlichen und technologischen Forschungsrat der Türkei) gefördert werden. Auch wenn einen die hier bereitgestellten Mittel seit 2007 mit insgesamt 4,5 Mio. Euro zunächst bescheiden erscheinen im Vergleich zu vielen Programmen in der Großforschung, wissen wir doch, dass diese Projekte eine hohe Effektivität haben.

Denn es geht weniger um die Finanzierung aufwändiger Infrastrukturen als um die Gründung von Netzwerken und die Förderung neuer Ideen.

Bei dem zweiten Instrument handelt es sich um das sogenannte 2 + 2 Programm:            
Dieses wurde erstmalig 2010 ausgeschrieben. Hier geht es darum, mindestens eine deutsche und eine türkische Forschungseinrichtung/Universität sowie einen deutschen und einen türkischen Industriepartner (KMU) zusammen zu bringen. Es geht also in erster Linie um die Förderung anwendungsorientierter Forschung.

Des Weiteren spielen natürlich auch die deutschen und türkischen Forschungs- und Mittlerorganisationen wichtige Rollen.

Viele der deutschen Einrichtungen, seien es der DAAD, die FhG oder die HGF – um nur einige wenige Beispiele zu nennen -  kooperieren seit Jahren erfolgreich mit Partnern in der Türkei.

Im Rahmen dieser Ausstellung haben wir beispielhaft einige besonders anschauliche Projekte ausgewählt, die wir Ihnen heute vorstellen möchten.

Ich lade Sie herzlich ein zur Ausstellung „Science Bridging Nations: Deutsch-Türkische Kooperation in der Praxis“.

Lassen Sie uns gemeinsam schauen, was unsere Hochschulen und Forschungsinstitute, was unsere Mittlerorganisationen und Unternehmen bisher erreicht haben.

Wer die Partner des Wissenschaftsjahres sind, erfahren Sie zusammengefasst auf der Empore. Sie werden sehen, wir haben viel bewegt und viel angestoßen.

Es gibt nichts, was nicht verbessert werden könnte. Das gilt natürlich auch für unsere Forschungskooperation mit der Türkei. Das ist die Herausforderung des Wissenschaftsjahres.

Einmal Bilanz zu ziehen und dann auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse nach vorne zu schauen, um neue Wege, neue Netzwerke, neue Gemeinsamkeiten in Wissenschaft und Forschung zu entdecken.

Direkt im Anschluss an den Rundgang findet daher ein Fachforum statt zum Thema „Deutsch-Türkische Kooperation: Wissenstransfer in Forschung, Bildung und Innovation“.

Wir haben dieses Forum mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und dem Institut für Textiltechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen organisiert.    
Es werden Experten aus beiden Ländern gleich über Potenziale und Perspektiven des bilateralen Wissenstransfers diskutieren.

Die dort in drei Arbeitsgruppen erarbeiteten Ideen und Empfehlungen fließen in die weitere Gestaltung der deutsch-türkischen Wissenschaftsbeziehungen ein.