„Zeigt her Eure Schule”
Datum: 11.05.2009
Laudationes anlässlich der Preisverleihung des Wettbewerbs „Zeigt her Eure Schule“ am 11.05.2009 im Museum für Kommunikation Berlin
Sehr geehrte Frau Köhler,
sehr geehrte Frau Dr. Kahl,
sehr geehrter Staatssekretär Eberhardt,
liebe Preisträgerinnen und Preisträger,
ich freue mich sehr, heute viele Vertreter und Vertreterinnen von Schulen und so viele Schülerinnen und Schüler zu sehen.
Denn um Sie geht es. Sie sind die eigentlichen Adressaten unseres Investitionsprogramms zum Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen. Sie haben sich mit Ihren Schulen in besonderer Weise engagiert – und das würdigen wir heute. Auch Frau Bundesministerin Prof. Dr. Schavan lässt Ihnen hierzu ihre ganz besonderen Glückwünsche ausrichten.
Der Wettbewerb, der in diesem Jahr zum Thema „Qualität im Alltag“ stattfand, zeigt im Übrigen auch eines ganz deutlich: Mit dem IZBB haben wir nicht nur – wie gelegentlich befürchtet – nur in Beton investiert. Vielmehr haben wir insbesondere mit dem Begleitprogramm dafür gesorgt, dass auch pädagogische Fragen wie beispielsweise die Qualitätsentwicklung mit im Fokus stehen.
Meine Damen und Herren,
ich schließe mich den Worten von Frau Dr. Kahl sowie Frau Köhler an, wenn ich zunächst den Anerkennungsschulen ganz herzlich gratuliere. Es freut mich, dass Sie durch diesen Wettbewerb die ihnen gebührende Aufmerksamkeit bekommen und auf ihrem Weg hin zu Qualität im Alltag unterstützt und ermutigt werden, diesen auch weiterhin zu verfolgen.
Ich habe nun die Ehre, einen weiteren vierten Preis zu vergeben.
Die Liste der Beteiligten der nächsten Preisträgerschule wäre sehr lang, denn an dieser Schule sind demokratische Entscheidungsprozesse, an denen alle mit eingebunden werden, ein besonderes Qualitätsmerkmal.
Es gab die Idee, eine kommunale Bildungslandschaft zu initiieren und als Folge daraus auch den qualitativen und quantitativen Ausbau der Ganztagsangebote an ihrer Schule voranzutreiben.
Das Besondere ist hier das Zusammenspiel aller Beteiligten. Der Blick geht über die Schule hinaus und bindet zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von ortsansässigen Einrichtungen und Vereinen mit ein. An einem runden Tisch wurde mit allen zu dieser neuen Idee diskutiert und verhandelt. So entstanden dabei zahlreiche neue Kooperationen mit außerschulischen Partnern.
In dieser Schule hat man sich getraut, die eigene Schulkonzeption offen zu diskutieren und Schüler, Eltern sowie außerschulische Partner zu Wort kommen zu lassen. Dadurch wurde ein Netzwerk um die Schule geschaffen, welches sich wirklich verantwortlich fühlt. Hier spürt man ein Schulmanagement in Bewegung, das sich nie mit dem Stand der Dinge zufrieden gibt sondern schaut, wo es stetig besser werden kann, um die Lern- und Lebensbedingungen von Kindern zu verbessern.
Für dieses Engagement möchte ich im Namen der Veranstalter und der Jury nun die Staatliche Regelschule „Johann Wolf“ aus Dingelstädt zu ihrem 4. Platz und einem Preisgeld von 3000 Euro beglückwünschen!
Die nächste Schule ist eine Grundschule und zeichnet sich durch die Schwerpunkte Musik, jahrgangsübergreifendes Lernen und die Arbeit ohne Noten aus.
Seit kurzem entsteht ein weiterführendes Konzept mit dem Ziel eine transparente, offene Schule zu schaffen. Dafür machte sich die Schulleitung auf den Weg nach Schweden, um die Freiheit der offenen Räume zu erforschen und sich somit Anregungen für die eigene Schule zu holen.
„Kein Durchblick ohne Transparenz“ war hier das Leitmotiv. Dazu gehörte auch zunächst den „Ist Stand“ an der Schule genau zu analysieren, denn der Schulalltag war geprägt durch Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und geringer Sprachkompetenz, eine hohe Gewaltbereitschaft von Kindern und Eltern, fehlende Sozialkompetenz der Schülerschaft sowie Schwierigkeiten bei der Erfüllung von Leistungsanforderungen.
Diese Punkte galt es zu erkennen und offen zu benennen. In einem zweiten Schritt wurden Kinder, Eltern, Mitarbeiter der Schule sowie außerschulische Partner im Stadtteil aktiv in die Neugestaltung mit einbezogen , um einander besser verstehen zu lernen.
Es wurde zunächst ein neuer Konsens über den Umgang miteinander formuliert. Mit den jahrgangsgemischten Lerngruppen, dem Umbau des Schulgebäudes und -geländes wurden entscheidende Schritte zu einer offenen Schule für Menschen mit Durchblick vollzogen.
Probleme gibt es noch mit der geringen Elternbeteiligung aber auch da gibt die Schule nicht auf und feilt weiter am Konzept. Hier sieht man eine Schule, in der ehrliche Fragen gestellt und anschließend praktische Antworten gefunden wurden.
Ich sage „Herzlichen Glückwunsch“zum 2. Preis und begrüße die
Schule auf den Heuen aus Bremen

