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Grußwort aus Anlass des Spatenstichs für das Gebäude des 9,4 Tesla/PET Hybridsystems im Forschungszentrum Jülich


Datum: 28.06.2007

Sehr geehrter, lieber Herr Professor Bachem,
sehr geehrter Herr Märzendörfer,
sehr geehrter Herr Professor Zilles,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, heute mit Ihnen gemeinsam einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem „mehr an Gesundheit durch Zukunftstechnologien” zu gehen. Lieber Herr Bachem, ich bin sehr gerne Ihrer Einladung hier nach Jülich gefolgt, um den ersten Spatenstich für ein Gebäude zu setzen, indem bald ein weltweit einzigartiges Gerät zur medizinischen Bildgebung seinen Platz finden wird.

Ganz besonders begrüße ich unsere Gäste von der französischen Agence de l'Innovation Industrielle, „Bienvenue, mesdames et messieurs”; werden wir doch zusammen die medizinische Bildgebung mit dem Projekt IMUNAC - und damit durch die gemeinsame Entwicklung von Peripherie auch für dieses Gerät - voranbringen.

Meine Damen und Herren,

das BMBF investiert knapp 10 Millionen Euro in diese Neuentwicklung hier in Jülich.
Was versprechen wir uns von der Beteiligung an diesem Projekt?
Auf den Punkt gebracht: Ein Mehr an Gesundheit durch Zukunftstechnologien.

Durch diese gemeinsame Initiative des Forschungszentrums Jülich, der Siemens AG und des BMBF schaffen wir in naher Zukunft die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Darstellungsverfahren mit höchster Empfindlichkeit miteinander zu verbinden. Die Magnetresonanz-Tomografie stellt bei höchsten Feldstärken anatomische Details im Körper exzellent dar. Diese Technologie wird nun in einem Hybridsystem mit der PET-Technologie kombiniert, durch die zusätzlich physiologische Vorgänge mit Hilfe von Kontrastmitteln beobachtet werden können. Das Ergebnis wird eine für die medizinische Forschung in Deutschland weithin nutzbare Infrastruktur mit neuen, viel versprechenden Diagnosemöglichkeiten und großem Potential für die Arzneimittelentwicklung sein.

Mit einem solchen Gerät wird eine deutlich verbesserte Früherkennung von Krankheiten - etwa Tumorerkrankungen - ohne jeden Eingriff und damit schonend für den Patienten möglich werden.
In der Arzneimittelentwicklung verspricht diese Technologie maßgeblich zur Verkürzung der Entwicklungszeiten beizutragen. So können die Entwicklungskosten und damit auch die Preise für die Endverbraucher gesenkt werden.

Dieses Projekt ist zugleich Teil der erfolgreichen Umsetzung der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Die Medizintechnik gehört zu den Leitmärkten, die wir durch die Hightech-Strategie und insbesondere durch den Aktionsplan Medizintechnik adressieren. Gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft wollen wir unsere Aktivitäten in drei Feldern zu Innovationsallianzen bündeln. Die medizinische Bildgebung spielt hier neben den Themenfeldern „Regenerative Medizin” und „Miniaturisierung” - etwa bei Implantaten - eine herausragende Rolle. Deutschland ist schon jetzt auf diesem Gebiet führend. Mindestens jeder dritte Magnetresonanz-Tomograf weltweit stammt aus deutscher Produktion. Einen wesentlichen Schritt zu einer weiteren Stärkung des Standorts Deutschland in diesem Leitmarkt gehen wir mit diesem Projekt in Jülich.

Die Bedeutung, die wir als BMBF diesem Bereich der Forschung und Entwicklung beimessen spiegelt sich nicht nur in diesem Projekt wider. Das BMBF fördert die Zukunftstechnologie „Bildgebung” in vielerlei Hinsicht. Ich nenne nur die Nachwuchsgruppen, die geplanten Verbundprojekte zur Molekularen Bildgebung und nicht zuletzt das deutsch-französische Kooperationsprojekt INUMAC.

Auch die Finanzierung, die die Errichtung dieses neuen Bildgebungsgeräts ermöglicht, ist zukunftsweisend. Ein Public-Private-Partnership zwischen Siemens und der öffentlichen Hand ebenso wie die institutionelle und die Projektförderung greifen hier optimal ineinander. Insbesondere solche erfolgreichen Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Industrie - wie hier beispielhaft in die Tat umgesetzt - erleichtern es uns, im Jahr 2010 das 3 %-Ziel von Lissabon zu erreichen.

Mit dem Forschungszentrum Jülich hat diese Technologie den perfekten Standort gefunden. Hier gibt es in einer nahezu einzigartigen Kombination ausgezeichnete Expertisen für ihren erfolgreichen Aufbau und Einsatz. Zudem liegt das Forschungszentrum im Viereck der Universitätskliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln. Mit den dortigen zukünftigen Nutzern bestehen bereits heute enge Kooperationen.

Nur durch eine enge Verzahnung aller Aktivitäten, der akademischen und klinischen Forschung sowie der industriellen Entwicklung mit der technischen Infrastruktur werden wir durch die Förderung dieses Projekts für den Standort Deutschland, für den Standort Europa und nicht zuletzt für die Patienten den größtmöglichen Nutzen erzielen.

Ich möchte allen Beteiligten, insbesondere den Partnern in diesem Projekt, Ihnen Herrn Märzendörfer als Vertreter der Firma Siemens und Ihnen, Herr Bachem, Herr Zilles und Herr Shah als die maßgeblichen Akteure am Forschungszentrum für Ihren bisherigen Einsatz danken und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Entwicklung und dem Einsatz dieser spannenden Zukunftstechnologie letztlich für ein „Mehr an Gesundheit” für uns alle.