Die Forschungsprämie: Zusammenarbeit der Wissenschaft mit kleinen und mittleren Unternehmen lohnt sich.
Datum: 14.06.2007
Mit der Hightech-Strategie bündelt die Bundesregierung ressortübergreifend die Technologiepolitik. Profitieren auch die kleinen und mittleren Unternehmen davon?
Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas verlangt eine verbesserte Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft, denn aus dieser Zusammenarbeit entstehen heute die meisten Innovationen. Die Hightech-Strategie für Deutschland bringt deshalb die Wissenschaft und die Wirtschaft enger zusammen. Ideen sollen in Deutschland nicht mehr nur entwickelt, sondern hier auch schnell in Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umgesetzt werden. Kleine und mittlere Unternehmen sind unbestritten das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die Bundesregierung wird deshalb die Fördermittel für Forschung und Entwicklung im Mittelstand überproportional steigern - bis zum Jahr 2009 um mehr als 40% auf über 850 Millionen Euro im Jahr.
2. Unternehmen vergeben externe Forschungs- und Entwicklungsaufträge. Wer sind ihre bevorzugten Partner?
Nach Daten des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft sind Unternehmen in Deutschland in zunehmendem Maße bereit, FuE-Aufträge extern zu vergeben. Leider geht jedoch ein Großteil davon ins Ausland. Aufträge an deutsche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen gingen zurück. Mittelständische Unternehmen profitieren aber besonders vom intensiven Austausch mit Forschern in der Region. Hier setzen wir in der Hightech-Strategie an.
3. Mit welchen Maßnahmen trägt die Hightech-Strategie zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bei?
Das Bundesforschungsministerium hat dazu in der Hightech-Strategie eine Reihe von Querschnittsaktivitäten gestartet. Hier ist besonders die Forschungsprämie zu nennen. Mit ihr stärken wir die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Forschung und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen. Speziell die Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen müssen sich stärker der Kooperation mit der Wirtschaft öffnen. Wir geben der Wissenschaft mit der Forschungsprämie ein deutliches Signal: Die Zusammenarbeit vor allem mit kleinen und mittleren Unternehmen lohnt sich. Bis Ende 2009 stehen insgesamt rund 100 Millionen Euro für die Forschungsprämie zur Verfügung.
4. Wer kann die Forschungsprämie beantragen?
Die Anfang Februar 2007 gestartete Forschungsprämie ist ein neuartiges, technologieübergreifendes Instrument des Bundesforschungsministeriums. Die Forschungsprämie erhalten öffentliche und staatlich anerkannte Hochschulen sowie die gemeinsam von Bund und Ländern finanzierten Forschungseinrichtungen für Forschungs- und Entwicklungsaufträge von Unternehmen mit maximal 1.000 Beschäftigten. Nach Abschluss eines Forschungsauftrages erhält die Hochschule oder die Forschungseinrichtung 25 % der Auftragssumme als Prämie von uns ausgezahlt. Ein schlankes und einfaches Antrag- und Bewilligungsverfahren sorgt für eine schnelle Abwicklung.
5. Die Zusammenarbeit der öffentlichen Forschung mit kleinen und mittleren Unternehmen wird belohnt. Wie profitiert der Mittelstand?
Gerade der Prämiencharakter gibt der öffentlichen Forschung den spezifischen Anreiz, stärker und frühzeitiger wirtschaftsrelevante Themen in der Forschung aufzugreifen. Damit finden Kleine und mittlere Unternehmen zukünftig besser geeignete Gesprächspartner für ihre Problemstellungen in der öffentlichen Forschung. Der Einsatz der Prämienmittel zum weiteren Ausbau des Wissens- und Technologietransfers stärkt darüber hinaus die Lösungskompetenzen und Attraktivität der Hochschulen und Forschungseinrichtungen für die Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen.
6. Wie groß muss ein Forschungsauftrag sein, damit die Prämie in Anspruch genommen werden kann?
Kurzfristige, kleinere Projekte zwischen KMU und der öffentlichen Forschung bieten ein erhebliches Potential der Zusammenarbeit, um Ideen schnell und effizient in Produkte umzusetzen. Deshalb sind bereits FuE-Aufträge ab 10 000 € prämienrelevant. Damit wird auch das Interesse der Hochschulen und Forschungseinrichtungen an kleineren Aufträgen gestärkt. Wird die Zusammenarbeit in diesem Bereich ausgebaut und verbessert, kommt dies auch den kleineren Unternehmen zugute. So trägt die Forschungsprämie mittelbar dazu bei, dass beispielsweise auch kleine Familienunternehmen innovative Ideen verwirklichen und sich so auf dem Markt sehr gut positionieren.

