Trauer um Terri Schiavo

Erklärung zu dem Versterben der Wachkomapatientin Terri Schiavo in der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":

Datum: 01.04.2005

Gestern ist Terri Schiavo an den Folgen der Einstellung der Ernährung gestorben. Ihr Tod macht uns betroffen und führt uns vor Augen. Wir müssen in Deutschland entsprechende Fälle verhindern und uns den Wert und Schutz menschlichen Lebens vergegenwärtigen.
Keiner konnte über den Willen Terri Schiavos zur Zeit der Ernährungseinstellung eine Aussage treffen. Dennoch wurde die Magensonde entfernt, um den Tod herbeizuführen. Eine Patientenverfügung lag ebenfalls nicht vor. Eine Entscheidung über Leben und Tod auf den mutmaßlichen Willen abzustellen, ist völlig verfehlt. Daher war auch die unbegrenzte Berücksichtigung des mutmaßlichen Willens in dem Gesetzesentwurf von Bundesjustizministerin Zypries abzulehnen. Sie wird dem Stellenwert menschlichen Lebens und dem Schutzauftrag des Staates nicht gerecht.
Wir müssen uns fragen, welchen Weg die Gesellschaft gehen will und wie sie sich entwickeln wird. Der Umgang mit Wachkomapatienten ist eine entscheidende Weggabelung in der Frage, wie wir mit Leid, Hilfebedürftigkeit und Sterben umgehen. Hier sollte Maßstab sein, was der Patient im konkreten Fall will. Wir fordern daher eine den Bedürfnissen von Sterbenden und Pflegebedürftigen entsprechenden Ausbau von Palliativmedizin, Hospizarbeit und Pflegeleistungen sowie eine Stärkung der Patientenverfügung unter Berücksichtigung des Lebensschutzes und möglicher Willensänderungen der Patienten.