Wie ein Riss in einer hohen Mauer

03.07.2009

Anlässlich der Veröffentlichung des Textes Wie ein Riss in einer hohen Mauer des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise erklärt der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK), Thomas Rachel MdB:

„Angesichts der neuen Herausforderungen in der weltweiten Wirtschaft sind die Politik und unsere Gesellschaft mehr denn je auf das Wort der Kirche angewiesen. Ein ausufernder Liberalismus und die bloße Deregulierung der internationalen Märkte sind in der Vergangenheit oftmals mit marktwirtschaftlicher Freiheit verwechselt worden. Das Bewusstsein für wirtschaftliche Verantwortung ist jedoch die zentrale Voraussetzung für die Verwirklichung einer echten ökonomischen Freiheit. Es ist daher ermutigend, dass die EKD die ethischen Fundamente für eine nachhaltige wirtschaftspolitische Neuorientierung verdeutlicht hat.

Als Union haben wir uns immer für den Markt in einem klaren staatlichen Ordnungs-rahmen eingesetzt. Die Soziale Marktwirtschaft hat sich auf ihrer protestantischen Grundlage immer wieder neu bewährt. Gleichwohl ist es an der Zeit, ihr wertegebundenes Fundament auf den weltweiten Rahmen zu übertragen. Es gilt, die hohen wirtschaftlichen Chancen der Globalisierung in gerechter Weise zu nutzen. Die Besinnung auf das christliche Menschenbild ist für eine Internationale Soziale Marktwirtschaft unverzichtbar. Dafür werden wir uns gemeinsam mit der EKD einsetzen.

Die aktuelle Wirtschaftskrise ist vor allem an den internationalen Finanzmärkten entstanden. Bei aller berechtigten Kritik darf daher unternehmerisches Handeln nicht generell in Verruf geraten. Die mittelständischen Unternehmen sind seit Jahrzehnten das wirtschaftliche Rückgrat Deutschlands. Sie wirtschaften größtenteils vorbildlich, verantwortlich und denken in Generationen. Deshalb muss die Stärkung des Mittelstandes ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftspolitischen Neuanfangs in Deutschland sein.

Ethische Verantwortung wird auch in wirtschaftlicher Hinsicht zukünftig der entscheidende Maßstab für eine gerechte und ökologisch umsichtige Globalisierung sein. Es ist gut, dass die EKD diese Perspektiven in ihrem Text klar herausgestellt hat.“