„UN im Klassenzimmer”: Abiturjahrgang simuliert Sitzung des UN-Sicherheitsrates

20.12.2016

Auf Vermittlung des Dürener Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel konnten die Schülerinnen und Schüler der Sozialwissenschaftskurse des Abiturjahrgangs am Gymnasium Kreuzau kurz vor den Weihnachtsferien auf ganz besondere Art ihre zuvor erworbenen Kenntnisse zur Rolle der Vereinten Nationen im Syrienkonflikt vertiefen: Im Rahmen des Projekts „UN im Klassenzimmer“ der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) simulierten die 43 Jugendlichen eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates.

Nach einer Auffrischung der im Unterricht erworbenen Kenntnisse zum Syrienkonflikt und zur Rolle der Vereinten Nationen wurden in kleinen Gruppen zunächst die Positionen der einzelnen Mitglieder des Sicherheitsrates erarbeitet und ein Resolutionsentwurf aus Sicht der jeweiligen Länder geprüft. In der anschließenden Simulation der Sitzung ähnelte dann vieles – wie Teamerin Laura Ehrich in der Auswertung betonte – der Realität des Sicherheitsrates: Zunächst wurden überwiegend bekannte Positionen bekräftigt und Vorwürfe gegen andere Mitglieder des Sicherheitsrates erhoben.

Nach mehreren  Beratungspausen wurden dann aber zunehmend Möglichkeiten der Verständigung gesucht, um ein Scheitern durch das Veto Russlands und Chinas zu verhindern. Die am Ende beschlossene Resolution war dann aber andererseits auch deutlich als kleinster gemeinsamer Nenner erkennbar – was die Frage aufkommen ließ, welche Wirksamkeit dann ein solcher Kompromiss entfalten könne.

Das Team der DGVN zeigte sich in der anschließenden Auswertung sehr angetan von dem Engagement und den Kenntnissen der Schülerinnen und Schüler. Es sei die erste Simulation dieser Art gewesen, bei der am Ende eine Resolution beschlossen werden konnte. Die Lehrer der drei Kurse,  Julia Mertens, Wolfgang Arnoldt und Alexander Schmitz stellten dabei heraus, dass es den Jugendlichen gelungen sei, die Positionen der einzelnen Länder weitgehend realitätsnah zu vertreten.

Ihre Fragen zur Rolle der Vereinten Nationen, zu den Möglichkeiten der Konfliktbewältigung und zur Rolle Deutschlands – sowie auch einige Fragen zu anderen Themen – konnten die Jugendlichen zudem im Rahmen der Veranstaltung auch eine Stunde lang mit MdB Thomas Rachel besprechen. Dieser erläuterte u.a. sehr eindrucksvoll, dass die Politik in Situationen wie der in Syrien sich oft mit einem ethischen Dilemma konfrontiert sehe, in dem es „nur weniger schlechte, schlechte und ganz schlechte – aber keine guten Lösungen“ gebe, und es oft sogar schwierig sei, diese jeweils eindeutig zu identifizieren.

Schulleiter Wolfgang Arnoldt bedankte sich sowohl bei MdB Rachel für sein Kommen und seine Offenheit und die zahlreichen anregenden Gedanken im Gespräch mit den Kreuzauer Jugendlichen als auch bei dem jungen Team der DGVN – Lea Buchhorn, Laura Ehrich, Florian Haubrich und David Krystof – für einen gut organisierten und sehr lehrreichen Vormittag. Und er bekräftigte gerne deren Aufforderung an die Schülerinnen und Schüler, sich selbst zu engagieren und so die eigene Zukunft mitzugestalten. Schließlich wünschte er noch denjenigen Sowi-Schülerinnen und -Schülern, für die am Tag darauf noch ihre Klausur zum Thema „Die Rolle der UN im Syrienkonflikt“ anstand, viel Erfolg.