Übergabe von vier Förderurkunden zum Projekt EMPEDRO bei der Firma KIMA Gesellschaft für Echtzeitsysteme in Jülich

01.02.2017

Sehr geehrter Herr Kalkert,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Fuchs,
sehr geehrte Projektpartner,
sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude, Ihnen hier und heute vier Urkunden über eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung überreichen zu dürfen.

Die Jülicher Firma ‚KIMA Echtzeitsysteme‘ mit Ihren Partnern

Di Matteo Förderanlagen,
KIMA Gesellschaft für elektronische Steuerungstechnik und
Verein Deutscher Zementwerke/ VDZ

hat sich an dem Wettbewerb ‚KMU innovativ‘ des BMBF beteiligt und konnte mit ihrem Vorhaben überzeugen.

In der heutigen Zeit müssen wir uns einer Vielzahl an globalen Herausforderungen stellen. Dazu gehört vor allem der weltweit fortschreitende Klimawandel. Im Dezember 2015 hat sich die Weltgemeinschaft mit dem Klimaabkommen von Paris das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung bis Ende dieses Jahrhunderts gegenüber dem Beginn der Industrialisierung auf höchstens 2 Grad C, möglichst nur auf 1,5 Grad C einzudämmen.

Zur Umsetzung dieses ehrgeizigen und notwendigen Klimaschutzzieles müssen wir alle – Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und die Politik – erhebliche Anstrengungen unternehmen.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen auf nationaler Ebene hat die Bundesregierung daher im letzten November den ‚Klimaschutzplan 2050‘ verabschiedet. Es handelt sich um einen langfristig angelegten, komplexen und im Detail ergebnisoffenen Prozess, der unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft betrifft – und der erheblicher Innovationen zum Klimaschutz bedarf.

Mit dem  Programm "Forschung für Nachhaltige Entwicklungen-FONA“ fördert die Bundesregierung  Forschung und Entwicklung in den Bereichen Umwelt und Energie und in der Klimaforschung. Hierfür stellt das Forschungsministerium mehr als 2 Milliarden Euro Fördermittel bis 2020 bereit.

Die Region Jülich ist ein exzellenter Nährboden für Innovationen. Sie zeichnet sich durch eine intensive Zusammenarbeit von
• Wissenschaftseinrichtungen – wie der FH Jülich, dem Forschungszentrum Jülich, der RWTH Aachen und dem DLR –
• und Unternehmen aus.
Diese Kooperation führt zu einem ausgeprägten Technologietransfer und einer starken Innovationskraft.

Deutschland hat in umweltbezogenen Wachstumsmärkten bereits heute eine hervorragende Stellung und nimmt auf einigen Gebieten weltweit eine Führungsrolle ein. Allein durch die Energiewende in Deutschland wie auch durch die weltweite Rohstoffverknappung wird der Bedarf an ressourcen- und energieeffizienten Technologien weiter steigen. Forschung, Entwicklung und Qualifizierung nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, denn Investitionen in Forschung, Entwicklung und Qualifizierung von heute sichern Arbeitsplätze und unseren Lebensstandard in der Zukunft.

Besondere Bedeutung haben hier KMUs als Innovationstreiber. KMUs sind spezielle Wissens-Träger und stellen – wie Sie – eine wichtige Nahtstelle für den Transfer von Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft dar.

Schon seit gut 10 Jahren unterstützt das BMBF unter anderem mit der Fördermaßnahme „KMU innovativ: Technologien für Ressourcen- und Energieeffizienz“ - industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben zur Stärkung der Innovationsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Dabei sollen KMUs insbesondere zu mehr Engagement in der Forschung und Entwicklung angeregt und besser in die Lage versetzt werden, rasch auf Veränderungen zu reagieren, den erforderlichen Wandel aktiv mitzugestalten und international wettbewerbsfähig zu sein. Fördergelder des BMBF sollen hierbei innovative Forschungsprojekte unterstützen, die ohne finanzielle Unterstützung nicht oder nur mit langer zeitlicher Verzögerung durchgeführt werden könnten. Bislang förderten wir über 400 Akteure mit einer Gesamtsumme von mehr als 88 Millionen Euro. Die Wirtschaft hat darüber hinaus weitere 37 Millionen Euro aufgebracht – davon sind allein 12 Millionen Euro für den Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz vorgesehen.

Meine Damen und Herren,
Europäisches und deutsches Klimaschutz-Ziel ist es, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis 2030 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 Prozent (im Vergleich zu 1990) zu senken. Ein wesentlicher Schlüssel auf diesem Weg ist dabei die Steigerung der Energieeffizienz. Dieses wichtige Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Forschungsprojekt EMREDPRO.

Ihr Ziel ist die Effizienzsteigerung von industriellen Prozessen in der Zement-Industrie. Mit einem innovativen Simulationswerkzeug möchten Sie Potenziale zur Energieoptimierung und Emissionsreduktion in komplexen industriellen Prozessen ermitteln.

Überzeugt hat uns vor allem, dass Sie von Anfang an die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Anwendung in den Blick nehmen: den Ihre Ergebnisse sollen vor allem auch für bestehende Anlagen nutzbar sein. Damit wird das Investitionsrisiko der Unternehmen bedeutend minimiert.

Ihre Forschungsarbeiten werden dazu beitragen, globale Probleme und Herausforderungen mit deutschem Know-how zu lösen. Daher freut es mich, dass Ihr Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit über 1,1 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren finanziell unterstützt wird.

Aus diesem freudigen Anlass übergebe ich Ihnen und Ihren Partnern die Urkunden und wünsche Ihnen viel Erfolg.