Smart Home, Photovoltaik und Windkraft – moderne Fachkräfteausbildung in Neuss

23.08.2017

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Elektro-Innung bei Modernisierung ihres Ausbildungszentrums in Neuss

Prominente Gäste aus Berlin im Ausbildungszentrum der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel besuchen die Überbetriebliche Lehrwerkstatt im Neusser Berufskolleg Technik und Information (BTI). Der Anlass: Das Ausbildungszentrum macht sich fit für die Digitalisierung. Das BMBF fördert das zukunftsweisende Projekt mit mehr als 200.000 Euro.

Im Ausbildungszentrum absolvieren angehende Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik aus dem gesamten Rhein-Kreis den überbetrieblichen Teil ihrer handwerklichen Ausbildung. Die Elektro-
Innung schafft nun moderne digitale Ausstattung an. Dies betrifft die Bereiche Photovoltaik, Windenergie, elektrische Maschinen und Gebäudeautomation sowie aktuelle PC-Technik und digitale Präsentationstechnik. Die Investition beträgt 227.679 Euro; das BMBF übernimmt davon 90 Prozent.

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel MdB, ist heute nach Neuss gekommen, um den Zuwendungsbescheid persönlich zu überbringen. „Mit der Digitalisierung der Arbeitswelt
entstehen völlig neue Anforderungen an unsere Fachkräfte. Sie müssen mit neuester digitaler Technik umgehen können. Hierfür müssen wir sie schon in der Ausbildung qualifizieren“, betonte Rachel. „Wir unterstützten daher die Bildungszentren dabei, ihre Ausbildung an den technologischen Entwicklungen auszurichten. Gut ausgebildete Fachkräfte kommen letztendlich immer auch den Betrieben der Region zugute.“

Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gratuliert der Elektro-Innung zu ihrem zukunftsweisenden Ausbildungsangebot: „Deutschland muss bei der Digitalisierung Vorreiter werden. Denn
moderne digitale Technik bietet ganz neue Möglichkeiten – auch für die Handwerksberufe. Dass das Ausbildungszentrum der Elektro- Innung Rhein-Kreis Neuss seine Auszubildenden fit macht für die Digitalisierung, ist wegweisend.“

Obermeister Wilhelm Prechters dankt den Besuchern aus Berlin und begrüßt namentlich auch Landtagsabgeordneten Dr. Jörg Geerlings, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sowie den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf Dr. Axel Fuhrmann und Kreishandwerksmeister Rolf Meurer.

Prechters verweist darauf, dass sich 153 Betriebe in der Elektro- Innung freiwillig zusammengeschlossen haben. Sie bilden aktuell rund 180 Elektroniker aus. Jeder Auszubildende im Elektrohandwerk
absolviert während der dreieinhalbjährigen Lehrzeit elf überbetriebliche Lehrgänge. Immer wichtiger wird dabei der Bereich „Handwerk 4.0“ – von der Nutzung regenerativer Energien bis zum vernetzten „Smart Home“. Prechters: „Im aktuellen Ausbildungsjahr 2017/2018 werden wir hier in unserem Ausbildungszentrum 381 Teilnehmer für jeweils eine Woche unterweisen, das ist eine Steigerung zum Vorjahr um acht Prozent. Durch eine konstant gute und hochwertige Ausbildung erhoffen wir uns, künftig die Facharbeiterlücke schließen zu können.“

Kreishandwerksmeister Rolf Meurer erinnert daran, dass die Elektro- Innung Rhein-Kreis Neuss erst vor etwa einem Jahr rund 120.000 Euro in ihr überbetriebliches Ausbildungszentrum gesteckt hat – damals eröffnete sie die Einrichtung im BTI Hammfeld neu. „Jetzt folgt der nächste Schritt: die Investition in die Digitalisierung.“ Das Handwerk in der Region gehe aktiv auf junge Menschen zu, um Berufsnachwuchs zu gewinnen. Meurer: „Die Attraktivität der Dualen Berufsausbildung muss gesteigert werden, auch für die jungen Menschen mit Hochschulreife. Nur so können wir die schon vorhandene Facharbeiterlücke schließen.“