Re-Zertifizierungsveranstaltung des „Hauses der kleinen Forscher“ in der Kindertagesstätte „Sternschnuppe“ in Jülich

08.02.2017

Sehr geehrter Herr Kasch ,
sehr geehrter Herr Fuchs ,
sehr geehrte Frau Vogel ,
sehr geehrter Herr Nawab ,
sehr geehrte Damen und Herren,
und nicht zuletzt: liebe Kinder,

vielen Dank für die freundliche Einladung und die herzliche Begrüßung.

Heute ist für uns alle ein ganz besonderer Tag. Die Kita „Sternschnuppe“ ist die zweite Einrichtung in Jülich, die es geschafft hat, den Titel „Haus der klei-nen Forscher“ erfolgreich zu verteidigen und nun er-neut die damit verbundene Plakette „Haus der kleinen Forscher“ erhält. Von Anfang an dabei haben sich die Erzieherinnen und Erzieher dieser Einrichtung ge-meinsam mit ihren Kindern ganz dem Forschen und Experimentieren verschrieben. Und nach zwei Jahren sehr erfolgreicher Arbeit können wir erneut sagen: Diese Kita ist ein echtes Haus der kleinen Forscher!

Im Kreis Düren gibt es derzeit 93 Kitas und 4 Ganz-tagsgrundschulen, die aktiv als „Haus der kleinen Forscher“ tätig sind. 62 Prozent aller Kitas im Kreis – und damit weit über Landes- und Bundesdurchschnitt – sind dabei. 40 Einrichtungen im Netzwerk Kreis und Stadt Düren sind bereits als „Haus der kleinen For-scher“ zertifiziert. Viele Einrichtungen sind darunter, die mit ihrer kontinuierlichen Arbeit bereits bewiesen haben, dass sie würdig sind, nach zwei Jahren erneut das Zertifikat zu erhalten.

In der Kita „Sternschnuppe“ wird seit Jahren an-schaulich gezeigt: hier wird emsig geforscht und ex-perimentiert, hier geht man spannenden Fragen aus Naturwissenschaften und Technik nach. Der For-schergeist ist hier längst zu Hause!

Viele haben zu diesem Erfolg beigetragen. Mein Dank geht in erster Linie an die engagierten Erzieherinnen und Erzieher des Kindergartens, aber auch an die Un-terstützer aus der Elternschaft, der Stadt Jülich, dem lokalen Netzwerk und der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“.

Hierfür meinen Respekt und herzlichen Glückwunsch!

Ich finde, das alles ist einen Riesenapplaus wert. 

Die vom BMBF unterstützte und unter Schirmherr-schaft von Frau Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka stehende Stiftung „Haus der kleinen For-scher“ ermöglicht derzeit bundesweit in 225 lokalen Netzwerken insgesamt 29.700 Krippen, Kitas, Horten und Grundschulen die Teilnahme am Programm.

Um eine solch beeindruckende Bilanz zu erreichen, mussten überall in Deutschland Partner gewonnen werden. Es zeigte sich schnell, dass die Unterstüt-zung in den Ländern, in den Kommunen, bei Verbän-den, den Kitaträgern, bei den Industrie- und Handels-kammern,  bei den Handwerkskammern, bei den Volkshochschulen und bei vielen anderen MINT-Initiativen so groß war und noch immer ist, dass wir heute bilanzieren können: Wir sind auf gutem Weg, bald überall in Deutschland das Angebot der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ etabliert zu haben.

Aber wir haben noch vieles vor. In den kommenden Jahren wollen wir die Initiative gemeinsam quantitativ und qualitativ ausbauen.

Dafür wollen wir zum einen die Netzwerke vor Ort noch stärker machen, denn dort entscheidet sich, wie viel Unterstützung den Einrichtungen für neue MINT-Aktivitäten angeboten werden kann. Leider gibt es noch sehr große regionale Unterschiede. 

Zum anderen müssen wir zur erfolgreichen Gestal-tung der Bildungskette auch die nächsthöheren Bil-dungsabschnitte in den Blick nehmen. Deshalb ist es dem Bundesministerium für Bildung und Forschung wichtig, dass die Stiftung „Haus der kleinen For-scher“ [seit 2011] ihre Weiterbildungsangebote auch auf Erzieherinnen und Erzieher im Hort-, Ganztags-schul- und Freizeitbereich ausdehnt und damit auch die sechs- bis zehnjährigen Kinder im MINT-Bereich weiter fördert. Dafür werden wir auch in den kom-menden Jahren Geld in die Hand nehmen.

Drittens sollen kontinuierlich neue Angebote entwi-ckelt und neue Partner gewonnen werden. Gute Bei-spiele sind dafür:
- Die Erweiterung des Portfolio auf „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, also den vernünftigen Umgang mit unserer Umwelt und Ressourcen.  
- Die digitalen Angebote, welche die Stiftung macht, wie auf der – kürzlich auch ausgezeich-neten – Kinder-Website „Meine Forscherwelt“, auf der Kinder einen interaktiven Forschergarten erleben können.
- Oder die Einrichtung einer neuen „Traineraka-demie 2.0“, in der  weitere Multiplikatoren für die Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte vor Ort qualifiziert werden.
- Ganz wichtig auch die Überprüfung und Weiter-entwicklung von Effektivität und Effizienz der Stiftungsarbeit und die Entwicklung von Quali-tätsstandards für außerschulische MINT-Angebote.
- Mit dem derzeitigen Aufbau einer digitalen Ser-vice-Plattform wird das Portfolio der frühen MINT-Förderung vom „Haus der kleinen For-scher“ um eine notwendige weitere Seite erwei-tert, um ganz aktuell auf die zunehmende Auf-nahme von Flüchtlingskindern in Bildungsein-richtungen des Elementar- und Primarbereichs reagieren zu können. Schnell und alltagsnah sol-len pädagogische Fach- und Lehrkräfte Anre-gungen, Hilfestellung und die Möglichkeit zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie Expertinnen und Experten rund  um das Thema MINT und Flüchtlinge erhalten. 

Wichtig ist bei allen Aktivitäten, dass es um Quantität und Qualität geht. Daher werden die Ergebnisse kon-tinuierlich wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Bei meinen zahlreichen Besuchen in „Häusern der kleinen Forscher“ habe ich immer wieder auf beein-druckende Art und Weise erleben dürfen, mit wie viel Einfallsreichtum und Dynamik die Kolleginnen und Kollegen vor Ort tagtäglich die Entdeckerfreude und Neugier der Kinder fördern. Und die Kinder kommen mit ihren Fragen, weil sie sich ernst genommen füh-len und weil gemeinsam nach Antworten und Lösun-gen gesucht wird. Das macht auch Spaß, und ich selbst komme bei vielen der Experimente und Be-obachtungen ins Staunen und lerne auch immer wie-der etwas dazu.

Und die Kita „Sternschnuppe“ ist auch der richtige Ort, um eine Kultur des Forschens und Entdeckens zu etablieren. Ich freue mich darauf, gleich etwas mehr über die Akivitäten in der Kindertageseinrich-tung „Sternschnuppe“ zu erfahren.

Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement im Bereich der frühen MINT-Förderung und wünsche Ihnen und euch weiterhin viel Erfolg und Freude beim Umgang mit naturwissenschaftlich-technischen Fragestellun-gen und der Suche nach Lösungen. Und vielleicht sieht man dann den ein oder anderen, heute noch kleinen Forscher, später als großen Forscher wieder.

Ich würde mich sehr darüber freuen.