Neue Bildungskoordinatoren für Neueingewanderte im Kreis

07.02.2017

Im Kreis Düren leben  ca. 11.000 Menschen, die in den letzten drei Jahren eingewandert sind. 2.800 von ihnen sind unter 18 Jahren. Obwohl in den Medien fast nur über die Einwanderung von Flüchtlingen diskutiert wurde, ist nur ein Teil der Neueingewanderten Asylbewerber. Das heißt, der Kreis Düren ist attraktiv für Arbeitskräfte aus Europäischen Ländern, aber auch aus der ganzen Welt, die mit ihren Familien zur Wirtschaftskraft der Region beitragen. Damit kommt auf den Kreis und die Kommunen auch die Aufgabe der Bildungsintegration zu. Um die Kommunen und Landkreise bei dieser Aufgabe zu unterstützen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Programm „Kommunale Koordinierung von Bildungsangeboten für Neueingewanderte“ gestartet.

Das Bundesbildungsministerium fördert in diesem Programm zwei neugeschaffene Stellen der Kreisverwaltung mit rund 200.000 Euro. Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, hatte den entsprechenden Förderbescheid des Ministeriums bereits im vergangenen August persönlich überbracht und freute sich, die beiden neu eingestellten Fachleute, Sara Grunenberg und Elmeid Nijemĉević, am heutigen Tag persönlich in der Kreisverwaltung kennen zu lernen.

"Damit Integration gelingen kann, ist es notwendig, dass jeder Zugang zu dem passenden Bildungsangebot findet, sei es ein Deutschkurs für Erwachsene oder ein Kindergartenplatz für das Kind. Das heißt, es bedarf eines differenzierten Angebotes und jeder, der neu in den Kreis Düren kommt, muss  schnell an die richtigen Informationen kommen. Die vom Bundesbildungsministerium finanzierten lokalen Koordinatoren leisten hier entscheidende Hilfe." betonte Bildungsstaatssekretär Rachel.

An Bildungsangeboten mangelt es im Kreis Düren nicht. 93 Schulen, 153 Kindertageseinrichtungen und sechs Integrationskursanbieter zählt der Kreis. Hinzu kommen die Angebote der Jobcenter und zahlreiche Bildungsangebote von Wohlfahrtsverbänden, Jugendzentren, Familienbildungsstätten, von ehrenamtlichen Flüchtlingsinitiativen und anderen. Für den Zugang zu diesen Bildungsangeboten sind unterschiedliche Akteure zuständig. Das Schulamt kümmert sich um schulpflichtige Kinder, die beiden Jugendämter helfen bei der Suche nach einem Kita-Platz und die job-com hat die Situation von Erwerbsfähigen im Blick. Darüber hinaus kümmern sich viele ehrenamtliche Helfer/innen und Sozialarbeiter/innen in den Kommunen um die Belange von Geflüchteten. Die erste Aufgabe der beiden Projektkoordinatoren ist daher die Erfassung der bestehenden Bildungsbedarfe und eine Abgleichung mit den Angeboten im Kreis Düren. Hierdurch sollen Lücken im Angebot identifiziert werden, um passende Maßnahmen auf den Weg bringen zu können. Eine Internetplattform soll Transparenz schaffen, damit zukünftig alle schneller und effizienter Informationen zu Angeboten für Neueingewanderte im Kreis Düren finden können. "Nachdem wir eine gute Willkommenskultur im Kreis Düren geschaffen haben, gilt es jetzt auch vorbildliche Integrationsarbeit zu leisten. Ob Arbeitsemigranten oder Geflüchtete, alle müssen Deutsch lernen, die Kinder brauchen Plätze in Schulen und Kindergärten und viele Erwachsene müssen sich weiter qualifizieren.  Nur so werden unsere neuen Mitbürger nicht nur eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, sondern auch ein Gewinn für unsere Wirtschaftskraft." so der Landrat des Kreises Düren, Wolfgang Spelthahn.