Kreis Düren schafft Voraussetzung für bestmögliche Integration

25.08.2016

"Bildung hat eine Schlüsselfunktion für die Integration von Migranten. Hierbei kommt Kreisen und Kommunen eine maßgebliche Rolle zu. Dazu leistet das Bundesbildungsministerium Unterstützung und finanziert den Einsatz von lokalen Koordinatoren, die die Bildungsangebote in der Region vernetzen und aufeinander abstimmen.“ Dies betonte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und überreichte Landrat Wolfgang Spelthahn den ewilligungsbescheid seines Ministeriums in Höhe von rund 200.000 Euro zur Schaffung von zwei zusätzlichen Stellen im Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Düren. „Ihre Unterstützung der Flüchtlingsarbeit im Kreis Düren kommt wie gerufen", freute sich Landrat Wolfgang Spelthahn über den Besuch von Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel im Kreishaus Düren.

So werden in Kürze zwei Bildungskoordinatoren das achtköpfige KI-Team befristet verstärken. Ihre Aufgabe ist es, die Strukturen der Flüchtlingshilfe im Kreis Düren bis zum Mitte 2018 zu optimieren. Angesichts der 5.000 Flüchtlinge, die zurzeit in den 15 kreisangehörigen Städten und Gemeinden leben, und der vielen ausländischen Arbeitskräfte, die aus EU-Ländern gekommen sind, sind die bewährten Strukturen an ihre Grenzen gestoßen.

Zwei Zahlen verdeutlichen das: Gab es in der Vergangenheit kreisweit drei Internationale Seiteneinsteigerklassen für Kinder aus EU- und anderen Ländern, so sind es inzwischen 30 Klassen. Darüber hinaus werden sehr viele Kinder von den Schulen aufgenommen und individuell gefördert.

Zunächst gilt es, sich einen Überblick über die vielfältigen Hilfsangebote für die Eingewanderten zwischen Titz und Heimbach zu verschaffen. Bei der Bestandsaufnahme werden zum Beispiel die Bildungsangebote für Neueingewanderte und die Lebensbedingungen der Flüchtlinge im Kreis Düren erfasst. In die Auswertung der Erkenntnisse werden Kita-Leiterinnen, Klassenlehrer, ehren- und hauptamtliche Fachleute aus der Migrations- und Flüchtlingsarbeit, Akteure aus der Jugendhilfe sowie Flüchtlinge und Migrantenorganisationen einbezogen.

Bis Mitte 2018 soll dann ein Gesamtkonzept für eine effiziente Integration von Einwanderern im Kreis Düren vorliegen. Es enthält zum Beispiel ein mit der Schulaufsicht abgestimmtes Konzept für die Beratung, Verteilung und Unterstützung der Lehrkräfte bei der Beschulung von neu eingewanderten Schulkindern. Zudem soll kreisweit ein transparentes, passgenaues Angebot an Deutschkursen auf die Beine gestellt werden. Darüber hinaus sollen alle Bildungsangebote für Migranten in einer laufend gepflegten Datenbank erfasst werden.

„Die Einwanderer sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Mit der strategischen Neuausrichtung der Unterstützungsangebote laden wir sie ein, den Kreis Düren zu ihrer neuen Heimat zu machen", blickt Landrat Wolfgang Spelthahn in die Zukunft