Kolumne SUPER Sonntag

14.09.2016

Starkes Zeichen für die Attraktivität der beruflichen Bildung

Bislang unterstützte das sogenannte Meister-BAföG Fachkräfte aller Berufe und Branchen bei ihrer Fortbildung. Bereits 1,9 Millionen Fachkräfte haben sich mit dieser Förderung auf ihren beruflichen Aufstieg vorbereitet. Nun hat die Bundesregierung das Meister-BAföG zu einem neuen "Aufstiegs-BAföG" weiterentwickelt.

Seit dem 1. August diesen Jahres sind mit diesem neuen Aufstiegs-BAföG viele Verbesserungen in Kraft getreten. Davon profitieren nicht nur angehende Meister. Zukünftige Erzieher und Erzieherinnen sind mittlerweile die zweitgrößte Gruppe in der Förderung mit Aufstiegs-BAföG. Das Gesetz ist also längst mehr als ein „Meister-BAföG“.

Was genau ändert sich? Bisher wurden Studierende mit einem Zuschuss von rund 50 Prozent unterstützt, damit sie ihr Studium finanzieren können. Für die andere Hälfte steht ihnen ein günstiges Darlehen zur Verfügung. In der beruflichen Bildung war dies aber bislang anders geregelt: Wenn sich eine Fachkraft zu einer Fortbildung entschloss, konnte zwar das „Meister-BAföG“ beantragt werden, jedoch lag der Zuschuss dort deutlich unter 50 Prozent.

Nun erhalten auch berufliche Aufsteiger 50 Prozent des Unterhaltsbeitrages als Zuschuss. Dabei ist die Förderung mit dem Aufstiegs-BAföG - anders als beim Studierenden-BAföG - unabhängig vom Alter. Auch wer etwa im Alter von 50 Jahren einen Betrieb übernehmen möchte und dafür den Meister benötigt, kann auf die finanzielle Förderung mit dem Aufstiegs-BAföG bauen. Positiv ist auch, dass das Aufstiegs-BAföG die Kosten des Lehrgangs, die Prüfungsgebühren und das Material für ein Meisterstück übernimmt. Diese Förderung ist völlig unabhängig vom Einkommen.

Wichtig ist mir zudem, dass die Familienfreundlichkeit gestärkt wird. Familienrelevante Förderbestandteile für Verheiratete oder Verpartnerte und für Kinder werden deutlich erhöht. Für Alleinerziehende wird zusätzlich der einkommensunabhängige Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro auf 130 Euro erhöht.

Gerade mit dem neuen Aufstiegs-BAföG gilt: Fortbildungen zur Meisterin, Fachwirt oder zur Erzieherin bieten hervorragende Aufstiegschancen für all jene, die bereits mit Familie mitten im Leben stehen. So wächst beispielsweise die maximale finanzielle Förderung für eine zweifache Mutter und Ehefrau, die voll berufstätig ist, um rund 140 Euro auf 1.473 Euro.

Erstmals werden auch angehende Erzieherinnen und Erzieher vom Aufstiegs-BAföG profitieren. Diese positive Mitteilung konnte ich den angehenden Erziehern des Nelly-Pütz-Berufskollegs Düren bei meinem letzten Besuch überbringen. Bislang waren künftige Erzieherinnen und Erzieher von dieser Möglichkeit der Unterstützung ausgeschlossen. Die konkreten Leistungen für Erzieher betragen künftig bis zu 768 Euro monatlich für Alleinstehende, wovon die Hälfte als Zuschuss gewährt wird. Die finanzielle Unterstützung während der Schulausbildung kann unabhängig vom Alter und vom Einkommen der Eltern beantragt werden. Künftige Erzieherinnen und Erzieher können so zwischen Schüler- und Aufstiegs-BAföG wählen und sich für das passendere Angebot entscheiden.

Die Förderung durch das Aufstiegs-BAföG ermöglicht angehenden Erziehern, sich während der unvergüteten Schuljahre besser auf die Ausbildung zu konzentrieren. Erzieherinnen und Erzieher sind besonders wichtige Bezugspersonen für unsere Kinder und haben einen prägenden Einfluss.

Mit dem „Aufstiegs-BAföG“ werden Chancen für alle geschaffen, die die Möglichkeiten des Aufstiegs in der beruflichen Bildung nutzen wollen. Junge Menschen können ihre Potentiale ausschöpfen und in der Bildung durchstarten. Das „Aufstiegs-BAföG“ ist dazu eine gute Gelegenheit!