„Für gute Bildung in Europa - Erfolgreiches Programm Erasmus+ weiterentwickeln”

03.04.2017

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Mit Erasmus+ Europa erleben

Sehr geehrter Herr Präsident!

Meine Damen und Herren Abgeordnete!

  • Am Sonntag wurde der Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren gedacht.
  • Diesen Mittwoch hat Großbritannien den Austritt aus der Europäischen Union beantragt. Ein bitterer Tag.
  • Vor 70 Jahren war es übrigens ein Brite, nämlich Winston Churchill, der in seiner Rede an der Universität Zürich die „Neuschöpfung der europäischen Völkerfamilie“ forderte.

Nach zwei verheerenden Weltkriegen. Das war visionär.

Seine Vision ist Wirklichkeit geworden: Ein gemeinsames Europa, die Europäische Union.

Aber: Sie ist nicht mehr unbestritten.

Der „Brexit“ ist ein tiefgreifender Einschnitt im Prozess der europäischen Einigung. Er ist ein Weckruf! Seine genauen Auswirkungen kennen wir noch nicht.

Nicht nur bei uns, auch in anderen EU-Ländern gibt es nationalistische und populistische Anfeindungen, die uns herausfordern.

Natürlich ist die Europäische Union nicht perfekt. Oft wirkt sie im Stillen. Sie hat uns viele Freiheiten und Vorteile gebracht, die wir leider im täglichen Leben manchmal nicht mehr wahrnehmen.

Sie werden uns erst dann wieder bewusst, wenn sie plötzlich infrage gestellt werden – wie gerade in Großbritannien das Aufenthaltsrecht für EU-Ausländer.

Wie erleben heutzutage junge Menschen Europa?

Beim freien Reisen, bei der Freizügigkeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder Ausbildung und Studium in einem anderen Land. All das war vor 60 Jahren undenkbar.

Kein Programm macht Europa für die Jugend so erlebbar wie ERASMUS+.

Vor 30 Jahren war es meist nur Wenigen vorbehalten, im Ausland zu studieren.

Das ERASMUS Programm hat dies geändert und breiten Schichten in allen Mitgliedstaaten diese Möglichkeit eröffnet.

Fast 10 Millionen junge Leute haben in dieser Zeit dank ERASMUS im europäischen Ausland studiert, gelehrt oder ein Praktikum absolviert.

Darunter fast 1,3 Millionen aus Deutschland.

Die „Generation ERASMUS“ lernt andere Kulturen, Arbeits- und Lebensgewohnheiten kennen:

  • in der beruflichen Bildung
  • an den Hochschulen
  • in anderen europäischen Schulen
  • in der Erwachsenenbildung
  • und in der europäischen Jugendarbeit.

Für die „Generation ERASMUS“ ist ein Europa mit nationalen Grenzen undenkbar. Sie fühlen und verstehen sich als Europäische Bürger!

Das aktuelle, mit 14,7 Milliarden Euro finanzierte und um 40 Prozent gesteigerte ERASMUS plus-Programm läuft noch bis 2020.

 

Wo besteht Reformbedarf für die Zukunft?

1. Das gemeinsame europäische Dach ERASMUS+ bietet Vorteile.

Aber: Für jeden Bildungsbereich muss künftig eine zielgruppenspezifische Ansprache gelingen. Die einzelnen Programmbereiche sollen größere Sichtbarkeit erhalten, die ihrem Stellenwert entspricht.

 

2. Der Zugang zum Programm muss vereinfacht werden.

Antrags-, Berichts- und Abrechnungsverfahren müssen in einem vernünftigen Verhältnis zu der zur Verfügung gestellten Fördersumme stehen.

 

3. Dieses große europäische Mobilitätsprogramm verdient eine finanzielle Aufstockung durch die EU.

Gerade den Auszubildenden wollen wir mehr Mobilität und Erfahrung in anderen europäischen Betrieben mit ihrer jeweiligen kulturellen Einbettung ermöglichen.

  • Angesichts von Nationalismus und Abschottung setzen wir auf mehr Mobilität von Jugendlichen, Auszubildenden und Studenten in Europa.

Denn Nichts prägt die europäische Identität mehr als persönliche Begegnung sowie erlebtes und gelebtes Miteinander über Ländergrenzen hinweg.

ERASMUS+ ist eine Erfolgsgeschichte. Wir wollen es gemeinsam mit dem Parlament für die Zukunft ausbauen!

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