EKD mahnt zu Recht zur Friedensverantwortung

25.01.2010

Meine Erklärung anlässlich des heute veröffentlichten evangelischen Wortes zu „Krieg und Frieden in Afghanistan“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD):


„Das aktuelle Wort der evangelischen Kirche ist ausdrücklich zu begrüßen. Mit vollem Recht mahnt die EKD neue und intensivierte Friedensbemühungen in Afghanistan an.  Die Lage in Afghanistan ist derzeit weder politisch noch aus friedensethischer Perspektive zufriedenstellend. Es ist daher von besonderer Bedeutung, dass die EKD die aktuellen Probleme im Lande klar und deutlich benennt und gleichzeitig die wichtigen bisherigen Aufbauerfolge anerkennt. Die EKD betont zu Recht, dass erste Erfolge beim Aufbau zu verzeichnen sind und „ohne die ISAF-Schutztruppen vieles davon nicht möglich“ gewesen wäre.

Uns eint das verantwortliche Engagement im Geiste eines „gerechten Friedens“ mit der klaren Orientierung an dem Aufbau und der Förderung der zivilen Friedenskräfte und der nachhaltigen Friedenssicherung.

Es ist nachvollziehbar, dass die evangelische Kirche die nach wie vor offene Diskussion um die Kriterien einer Ethik rechtserhaltender Gewalt weder im Sinne einer pauschalen Billigung noch einer pauschalen Ablehnung des gegenwärtigen Afghanistaneinsatzes einfach für beendet erklärt. Die Anmerkungen über die Aufeinanderbezogenheit des zivilen und militärischen Handelns sind differenziert und hilfreich. Hierzu gehört auch das Bekenntnis zu der von Seiten der Kirche geübten seelsorgerlichen Solidarität mit den betroffenen Soldatinnen und Soldaten. Der Vorschlag, der Bundestag möge ein zusätzliches Mandat für den Einsatz ziviler Kräfte beschließen, ist sehr bedenkenswert.“