Besuch der Firma LANCOM Systems GmbH zum Start des Projektes SmartMarketSquare in Würselen

03.05.2017

Sehr geehrter Herr Koenzen,

Städte bieten durch eine räumliche Bündelung viele Vorteile und sind deshalb weltweit wichtigste Motoren für wirtschaftliche  und soziale Aktivitäten. Bereits heute lebt über die Hälfte der Menschen in urbanen Ballungsräumen, und ein weiterer Anstieg der Stadtbevölkerung wird erwartet.
Städte sind Orte des Lebens und des Arbeitens zugleich. Unter anderem durch die Neujustierung des Verhältnisses von Arbeit und Freizeit durch flexible, räumlich und zeitlich entgrenzte Beschäftigungsverhältnisse entstehen veränderte Anforderungen an Mobilität, Versorgung, Information, Kinderbetreuung und Wohnen.  Das gesellschaftliche und soziale Zusammenleben verändert sich.
Das Konzept der intelligenten Städte („Smart Cities“) bietet hierfür Lösungsansätze. Es trägt unter anderem dazu bei, in Städten erbrachte Dienstleistungen sowie die damit verbundenen Prozesse nutzer- und kundengerecht, jederzeit sicher, vertrauenswürdig und in hoher Qualität verfügbar zu machen. Die Städte werden dadurch für Beschäftigte, Touristen sowie Einwohnerinnen und Einwohner zukunftsfähig, lebenswert und attraktiv.
Bei der Transformation der heutigen Städte zu „Smart Cities“ wird die Forschung für Dienstleistung eine wesentliche Rolle spielen. Als stark vernetzte Agglomerationsräume bieten Städte erhebliche Potenziale für neue und veränderte Formen der gemeinschaftlichen Ko-Produktion von Dienstleistung und ihrer Nutzung, für Sharing- und Value-in-Use-Konzepte und darauf bezogene Geschäftsmodelle. Umfassende Bereitstellung und neue Formen urbaner Dienstleistungen, Partizipation der Bürgerinnen und Bürger sowie die Einbeziehung und Nutzung gesellschaftlichen Engagements zeichnen diese Städte aus.

Die Bekanntmachung „Smart Service Stadt: Dienstleistungsinnovationen für die Stadt von morgen“ erfolgte auf der Grundlage des aktuellen Forschungsprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“, mit dem die Bundesregierung das übergeordnete Ziel verfolgt, die Wertschöpfung durch Produktion und Dienstleistung zu stärken. Hierin liegen Innovationspotenziale für Wachstum und zusätzliche qualifizierte Beschäftigung. Damit stärkt die Bekanntmachung die Anstrengungen der Bundesregierung für die Arbeit von morgen als ein zentrales Ziel im Rahmen der neuen Hightech-Strategie. Die Bekanntmachung ist auch ein Beitrag zur Umsetzung der Forschungs- und Innovationsagenda der Nationalen Plattform Zukunftsstadt für die nachhaltige Stadtentwicklung.
Zusammen mit Ihrem Projekt werden im Rahmen dieser Bekanntmachung insgesamt acht Projekte mit rund 14 Mio. EUR Fördermitteln unterstützt.
Ziel Ihres Forschungsprojekts  SmartMarketSquare (SmartMarket2) ist es, Kunden gemeinsam ein interaktives Einkaufserlebnis auf Basis datenbasierter und standortbezogener Dienstleistungen anzubieten. Dafür werden Wochen- und Sondermärkte, stationäre Einzelhändler und Großfilialisten vereint und innovative Methoden des Handelsmarketings mit Strategien der Marktforschung und den Technologien sozialer Medien verzahnt. Es entstehen neuartige Dienstleistungen, die von Kunden und Anbietern gemeinsam genutzt und für die Daten gemeinsam generiert werden.
Gestützt auf neue digitale Technologien (Apps und Netzwerk-Infrastruktur) können Kunden so gezielt über Aktionen und Sortimente informiert werden, und sich mit anderen Kunden und Anbietern austauschen. Kunden können beispielsweise auf Informationen, die andere Kunden bereitgestellt haben, zugreifen (z.B. Produktinformationen). Die Anbieter können ihre Sortimente zu einem Gesamtsortiment verbinden und gemeinsame Marketingaktivitäten entwickeln und umsetzen.
Durch ein verbessertes Verständnis des Kundenverhaltens können darüber hinaus wertvolle Rückschlüsse auf Kundenpräferenzen und Anforderungen gezogen werden. Das Bundesdatenschutzgesetz wird hierbei beachtet.
All dies können die tradierten, kleinen und regional agierenden Händler aufgrund ihres geringen Grades an Technologie-Nutzung bislang einzeln nicht leisten. Sie haben dadurch gegenüber dem Online-Handel einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, der sie wirtschaftlich unter enormen Druck setzt.
Mit den im Verbundprojekt anvisierten Ergebnissen stehen den Kunden Dienstleistungen zur Verfügung, die das innerstädtische Einkaufen einfacher und spannender machen. Zusätzlich werden den Anbietern weiterführende Informationen zum Kundenverhalten und deren Bedarf verfügbar gemacht. Die Ergebnisse nutzen sowohl den Menschen und der Wirtschaft in der „Smart Service Stadt“. Nicht zuletzt liefern die geplanten Ergebnisse einen substantiellen Beitrag zum Erhalt des innerstädtischen Einzelhandels und damit zu lebendigen, attraktiven Innenstädten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt für den Forschungsverund SmartMarketSquare insgesamt rund 1,7 Mio. Euro zur Verfügung. Ihr Unternehmen, die LANCOM Systems GmbH unterstützen wir dabei mit rund 195.000 Euro.
Ich freue mich auf die wegweisenden Konzepte und Entwicklungen, die in diesem Projekt entstehen sollen und wünsche Ihnen hierbei und ganz besonders in der zeitnahen Umsetzung viel Erfolg!
Mit dieser Urkunde möchte ich zum Start Ihres Vorhabens im Projekt „Interaktive Einkaufserlebnisse in Innenstädten durch digitale Dienstleistungen (SmartMarketSquare)“ zum 1. März 2017 gratulieren.