Bescheidübergabe aus der ÜBS-Förderung im Trainings-Centrum Kraftfahrzeugtechnik (TraCK) Düren

10.01.2017

Sehr geehrter Herr Philipp ,
sehr geehrter Herr Deckers ,

sehr geehrter Herr Larue ,
sehr geehrter Herr Spelthahn ,

sehr geehrte Damen und Herren,
(liebe Auszubildende,)

vielen Dank für die freundliche Begrüßung hier im TraCK Düren!

Wenn die Häufigkeit von Besuchen aus dem Bundes-bildungsministerium ein Indikator dafür ist, wie aktiv diese Einrichtung ist, dann sind Sie bei der Hand-werkskammer Aachen und hier im TraCK Düren ganz offensichtlich sehr emsig.


Daher freue ich mich ganz besonders, dass ich heute die Gelegenheit habe, das TraCK erneut zu besuchen.
Zum einen, weil es mir die Möglichkeit gibt, in guter Tradition einen Förderbescheid persönlich an die Handwerkskammer Aachen zu übergeben. Zum ande-ren, weil ich mir so ein Bild davon machen kann, wie Sie die Modernisierung und damit auch die Attraktivi-tät der Ausbildung vorantreiben.

[Erfolgsmodell duale Ausbildung]
Meine Damen und Herren,

die duale Ausbildung in Deutschland ist ein Erfolgs-modell! Das Besondere: sie vereint Theorie und Pra-xis. Wir haben eine einzigartige Kombination aus Be-trieb und Berufsschule mit der Ergänzung durch pra-xisnahe Lehrgänge in überbetrieblichen Berufsbil-dungsstätten, wie dem TraCK.

[ Einschub sofern Auszubildende bei der Ansprache vor Ort sind]
Liebe Auszubildende,
ihr absolviert eure Ausbildung im Betrieb. Und an bestimmten Tagen steht die Berufsschule an.
Hier im TraCK wird euch etwas Besonderes er-möglicht: Ihr könnt hier die praktischen Fertigkei-ten eures Berufs erproben und diese unter quali-fizierter Anleitung erlernen. Hierfür fehlt in den Ausbildungsbetrieben sicherlich oft Gelegenheit oder Zeit.

Damit seid ihr gut gerüstet. Nicht nur für die prak-tischen Prüfungen. Die Fertigkeiten sind auch ein Fundament für euer weiteres Berufsleben.

Diese Kombination aus den verschiedenen Lernorten ist Garant für hochwertige Berufsabschlüsse und ein hervorragendes Qualifikationsniveau unserer Fach-kräfte.
Das wurde zuletzt auch wieder von der OECD als Gü-temerkmal des deutschen Bildungssystems aner-kannt .

Für mehr als 500.000 Jugendliche im Jahr ist die dua-le Ausbildung der Einstieg in das Berufs- und Arbeits-leben.
Ein Wert, der den Erfolg unterstreicht: Die Jugendar-beitslosenquote in Deutschland liegt zurzeit unter sieben Prozent . Das ist europaweit die niedrigste Quote! Wir können also stolz sein auf unser Ausbil-dungssystem!


[Bund investiert auf hohem Niveau]
Wenn wir unseren hohen Standard in der Ausbildung halten wollen, müssen wir kontinuierlich investieren. Für ein leistungsfähiges Ausbildungssystem fördert der Bund daher seit über vier Jahrzehnten die Infra-struktur der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten.

Allein das Bundesbildungsministerium hat hierfür in Summe bereits über zwei Milliarden Euro zur Verfü-gung gestellt. Damit konnte ein gut ausgestattetes Netz von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten ge-schaffen werden.

Die Förderung halten wir auf hohem Niveau und stel-len dafür weiterhin 42 Mio. Euro jährlich bereit. Damit unterstützen wir zum einen die notwendige Moderni-sierung der Gebäude. Überwiegend stammen sie ja aus den 70er und 80er Jahren. Zum anderen unter-stützen wir auch bei der Modernisierung der Ausstat-tung. Für eine hochwertige Ausbildung muss sie kon-tinuierlich an den neuesten Stand der Technik ange-passt werden.


[Anhaltende Ausbildungsleistung der Betriebe]
Engagement für eine starke duale Ausbildung ist im Übrigen aber auch von den Betrieben gefragt.
Eine hervorragende Infrastruktur, modernste Technik in überbetrieblichen Werkstätten und hoch qualifizier-te Ausbilder und Ausbilderinnen – all das nützt we-nig, wenn es nicht genug Betriebe gibt, die Ausbil-dungsplätze zur Verfügung stellen.

Der Berufsbildungsbericht 2016 zeigt, dass trotz stei-gender Menge an Betrieben insgesamt, immer weni-ger Betriebe ausbilden!  Nur rund die Hälfte der aus-bildungsberechtigten Betriebe bildet überhaupt aus.

Gleichzeitig klagen aber auch viele Betriebe über Nachwuchsmangel: Zum Stichtag Ende September 2016 blieben rund 43.500 Berufsausbildungsstellen unbesetzt . Gerade im Handwerk bestehen weiterhin starke Besetzungsprobleme.

Andererseits gab es mehr als 80.000 suchende Be-werberinnen und Bewerber.

Es läuft da also etwas auseinander. Für diese Pas-sungsprobleme gibt es eine Reihe von Gründen.

Eines ist aber nachdrücklich zu betonen: Die Wirt-schaft darf keinesfalls in ihrer Ausbildungsleistung nachlassen.

Wir müssen gerade die kleinen Betriebe motivieren, Ausbildungsplätze anzubieten. Das Bundesbil-dungsministerium unterstützt diese kleinen und mit-telgroßen Betriebe mit dem Programm JOBSTARTER plus. Zum einen bei der Gewinnung von Auszubil-denden. Zum anderen werden bisher nicht ausbil-dende Betriebe motiviert, in die Ausbildung einzu-steigen.

Und genau an dieser Stelle greift dann die Rolle der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten:
Viele der kleinen und mittleren Betriebe sind auf-grund ihrer Größe und Spezialisierung nicht immer in der Lage, sämtliche Ausbildungsinhalte allein zu vermitteln.
Die Bildungsstätten, wie das TraCK Düren, bieten ge-nau hier die entscheidende Ergänzung.

Sie sind damit ein Garant für die hohe Qualität der Fachkräfte in den deutschen Ausbildungsberufen und ein wesentlicher Pfeiler unseres Ausbildungssys-tems.


[Herausforderungen gemeinsam bestreiten]
Die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sind aber auch mit Blick auf andere Herausforderungen in der Berufsbildung ein bedeutsamer Ort.
Hierzu möchte ich drei Themenfelder nennen, die uns alle gemeinsam betreffen:
1. die erfolgreiche Gestaltung des Übergangs Schu-le/Beruf,
2. die Integration junger Geflüchteter in den Ar-beitsmarkt sowie
3. die Digitalisierung der Arbeitswelt.

[Übergang Schule/Beruf]
Um junge Menschen bei der Einmündung in die Be-rufswelt zu unterstützen, müssen wir bereits ganz früh ansetzen: schon in der Schule. Und das tun wir ganz bewusst mit der Initiative Bildungsketten.

Mit Nordrhein-Westfalen haben der Bund und die Bundesagentur für Arbeit eine Vereinbarung ge-schlossen, um das Landesprogramm „Kein Ab-schluss ohne Anschluss“ zu unterstützen. Damit ist ein Gesamtansatz für den Übergang in den Beruf oder das Studium geschaffen.

Das Bundesbildungsministerium setzt hierfür jährlich Mittel in Höhe von rund 19 Millionen Euro im Land ein.

Auch Sie von der Handwerkskammer Aachen leisten mit den Berufsfelderkundungen und Praxiskursen in Ihren Bildungszentren einen wichtigen Beitrag, und das schon seit vielen Jahren.

[Integration junger Geflüchteter]
Eine aktuelle Herausforderung ist die Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft. Das Bundesbil-dungsministerium hat mit der Bundesagentur für Ar-beit und dem Zentralverband des Deutschen Hand-werks im vergangenen Jahr eine gemeinsame Quali-fizierungsinitiative gestartet, um junge Flüchtlinge an eine Ausbildung im Handwerk heranzuführen.

Auch hier zeigt die Handwerkskammer Aachen ihr Engagement und stellt Plätze in ihren Bildungsstätten zur Verfügung.

[Digitalisierung Arbeitswelt]
Auf uns alle kommen die Anforderungen aus einer Digitalisierung der Arbeitswelt zu. Das stellt eine ganz besondere Zukunftsaufgabe für die Ausbildung dar.

Wir brauchen in der überbetrieblichen Ausbildung modernste digitale Ausstattung sowie zukunftsfähige Lern- und Lehrkonzepte. Hierbei unterstützt das Bun-desbildungsministerium bis 2019 mit einem Sonder-programm und bis zu 84 Mio. Euro. Von diesem An-gebot wurde auch in NRW bereits im ersten Pro-grammjahr rege Gebrauch gemacht.

[TraCK als Bildungsdienstleister]
Die Handwerkskammer Aachen ist mit ihren fünf Bil-dungszentren somit insgesamt ein bedeutender Bil-dungsdienstleister für die Region.

Hier in den Werkhallen des TraCK Düren bringen Sie den Auszubildenden der Kfz-Berufe praktische Fer-tigkeiten ihres Berufs bei.

Sie alle hier vor Ort sind damit wichtige Akteure für eine hochwertige Ausbildung der jungen Menschen – unserer Fachkräfte von morgen!
Hierfür meinen herzlichen Dank!

Meine Damen und Herren,
all dies ist Anlass dafür, dass wir Sie gerne bei der Anschaffung moderner Ausstattung unterstützen.

Die Handwerkskammer Aachen erhält daher aus dem Etat des Bundesbildungsministeriums 148.260 Euro.

 Herr Klaus  wird uns nun über die Verwendung der Mittel informieren.