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"RWTHtransparent 2010 - mobilising people"


Datum: 29.01.2010

Meine Rede anlässlich der Veranstaltung "RWTHtransparent 2010 - mobilising people" am 29. Januar 2010 in Aachen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mobilising People - Menschen in Bewegung bringen – dies hat eine vielschichtige Bedeutung.

Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren Bewegung in unser Hochschul- und Wissenschaftssystem gebracht: Das BMBF und die Länder haben vor allem mit den drei Pakten eine neue Dynamik geschaffen, deren Chancen und ersten Erfolge man heute - auch hier an der RWTH - mit Händen greifen kann.

Erstmals haben wir in Deutschland Studienanfängerzahlen von über 43%, dass wir etwa mit den Steigerungen beim BAföG, den neuen Aufstiegsstipendien für berufliche Qualifizierte richtige Akzente gesetzt haben. Diese Dynamik wollen wir auch in der beginnenden Legislaturperiode aufnehmen. Weitere Verbesserungen beim BaföG sind bereits ebenso auf dem Weg wie ein deutschlandweites Stipendienprogramm oder die Erhöhung des einkommensunabhängigen Büchergeldes bei den Bagabtenförderungswerken auf 300 €.      

Im Zentrum der Exzellenzinitiative steht innovative Spitzenforschung an Hochschulen. Ziel war und ist es, Top-Forschung international sichtbar und wettbewerbsfähig zu machen. Langfristig kann Top-Forschung ohne hochqualifizierten Nachwuchs aber nicht stattfinden. Deshalb nimmt die Exzellenzinitiative auch die wissenschaftliche Ausbildung in den Blick. Universitäten in Deutschland sollen für hervorragende Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland attraktiver werden. Die Bundregierung hat gemeinsam mit den Ländern für eine erste Förderperiode der Exzellenzinitiative bis Ende 2011 insgesamt 1,9 Milliarden Euro zusätzlich für die Hochschulen mobilisiert.

Die Exzellenzinitiative bedeutet nicht nur mehr Geld, sie hat die Wissenschaftslandschaft auch in Bewegung gebracht. Die Exzellenzinitiative fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Universitäten. Ein Beispiel hier vor Ort: Im Projekthaus HumTec forschen Geistes- und Sozialwissenschaftler, Ingenieure, Mediziner, Juristen und Naturwissenschaftler in interdisziplinären Teams zu gesellschaftlich hochrelevanten Problemen. Die Exzellenzinitiative hat auch Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen näher zueinander gebracht. Viel beachtet im In- und Ausland ist die Jülich-Aachen Research Alliance (JARA). Dieses Partnerschaftsmodell zwischen der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich zeigt bereits jetzt hohe internationale Ausstrahlung.

Meine Damen und Herren,

wir alle hoffen, dass wir von diesen zusätzlichen Forschungsmitteln und von der hohe Dynamik durch die Exzellenzinitiative in Zukunft profitieren können, indem Forschung Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen liefert.

Lassen Sie mich mit dem liebsten Hobby der Deutschen beginnen – dem Reisen. Damit wir in Zeiten des Klimawandels und des Ressourcenschutzes dieser Freizeitbeschäftigung auch weiterhin nachkommen können, wird in Aachen im Exzellenzcluster "Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse" an der energetischen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen geforscht.

Doch in einer modernen, wissensorientierten Gesellschaft muss sich nicht allein der Mensch bewegen. Auch Informationen verbreiten sich rasend schnell über das Internet. Damit beschäftigt sich die RWTH Aachen ebenfalls im Rahmen der Exzellenzinitiative. Sie forscht an einer besseren Servicequalität der mobilen Informations- und Kommunikationssystemen der Zukunft.

Menschen mobilisieren, das heißt auch Menschen eine Perspektive bieten, Menschen motivieren – insbesondere junge Leute.

Im Rahmen der Exzellenzinitiative erhalten 8 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler durch Juniorprofessoren in der naturwissenschaftlichen Fakultät der RWTH eine Chance sich zu profilieren. Als besondere Motivation können sich bis zu vier der erfolgreichsten Kandidaten auf eine volle Professur freuen. Dies ist „tenure track at its best“!

Die RWTH Aachen beweist, dass exzellente Forschung und hochwertige Lehre untrennbar zusammen gehören. Sie nutzen die Mittel der Exzellenzinitiative nicht nur für herausragende Forschungsleistungen, sondern auch, um Studierende früh an die Forschung heranzuführen. Bachelorstudierenden ab dem 2. Semester können „Undergraduate Funds"-Mittel beantragen.

Menschen mobilisieren heißt auch ein kreatives Umfeld schaffen – gerade für erfolgreiche Forschung und Wissenschaft. Manchmal schafft virtuelle Mobilität kreativen Austausch und Vernetzung. Manchmal führt nur Mobilität und räumliche Nähe zum Erfolg. Bereits mit dem Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung dazu bekannt, Modelle wie das des „Forschungscampus“ zu unterstützen. Wir wollen weitere Verbünde zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, an denen auch verstärkt Unternehmen beteiligt sind, voran treiben. Es freut mich besonders, dass der RWTH Aachen Campus diesen Ansatz bestätigt. Unternehmen und internationale Key-Player verpflichten sich zur langfristigen Kooperation zusammen mit der RWTH und der FH Aachen. Ich bin sicher, dass davon auch Ausbildung und Lehre am Standort Aachen nachhaltig profitieren werden.

Meine Damen und Herren,

endet Bewegung in Stillstand handelt es sich im Verkehr in der Regel um einen Unfall. Für Forschung, Entwicklung und Innovation bedeutet Stillstand das Ende. Deshalb haben die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesministerin Prof. Annette Schavan und die Ministerpräsidenten der Länder bereits im letzten Sommer die Fortsetzung der Exzellenzinitiative beschlossen. Von 2012 bis 2017 stehen damit den erfolgreichen Universitäten insgesamt 2,7 Milliarden Euro zu Verfügung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat bereiten gerade die dritte Ausschreibungsrunde vor. Voraussichtlich im März werden sie zur Einreichung der Skizzen für neue Projekte einladen. Für Fortsetzungsanträge ist eine Einreichungsfrist im Herbst 2011 geplant.

DFG und Wissenschaftsrat rechnen mit einem harten Wettbewerb. Bereits erfolgreiche Universitäten haben es dabei nicht unbedingt leichter. Sie sehen sich einer hohen Erwartungshaltung gegenüber. Sie müssen sich an ihren eigenen Zielen und dem bisher Erreichten messen lassen. Ich bin davon überzeugt, dass die heutige Veranstaltung gezeigt hat, dass die RWTH Aachen hierfür gut gerüstet ist.

In diesem Sinne wünsche ich der RWTH Aachen viel Erfolg - nicht nur in der Exzellenzinitiative – und Ihnen allen viel Mobilität für 2010.