"Kommunen in neuem Licht"
Datum: 12.04.2010
Meine Rede anlässlich der Bekanntgabe der Gewinner des MBMF-Wettbewerbs "Kommunen in neuem Licht" am 12. April 2010 auf der Messe Light+Building in Frankfurt
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Sie zur Bekanntgabe der Gewinner des LED-Wettbewerbs „Kommunen in neuem Licht“ herzlich begrüßen.
„Seit es Menschen gibt, ist der Wetteifer der Ansporn zu fast allem wichtigem und bedeutendem Tun gewesen.”
Bertrand Russell (1872-1970), brit. Philosoph u. Mathematiker, 1950 Nobelpr. f. Lit.
Mit dem heutigen Tag geht ein wichtiger Wettbewerb zu Ende, der für viele ein großer Ansporn war, ihr Bestes zu geben. Es galt, sich durchzusetzen gegen viel andere Kommunen in Deutschland – in einem Rennen um die besten Ideen. Ziel war es diesmal nicht, höher – schneller – oder weiter zu springen, sondern am pfiffigsten hell zu leuchten.
Sie alle hier – die Vertreter der Kommunen, Städte und Gemeinden – waren angetreten, um mit ausgeklügelter LED Technik, findigen Designlösungen und gestalterischen Innovationen die Beleuchtung Ihrer Umgebung nachhaltig zu verbessern – und für Ihre Projektidee die Unterstützung des BMBF zu gewinnen.
Wir haben uns heute hier auf der Messe „Light+Building“ versammelt, um den Wetteifer der besten Zehn zu belohnen. Im Rahmen dieser Messe neuer Licht- und Gebäude-Technologie wird damit der Startschuss für die eigentliche Arbeit gegeben – die Realisierung der Projektideen. Von der Umsetzung dieser zehn Projekte verspricht sich die Bundesregierung eine Signalwirkung: Es soll für alle sichtbar demonstriert werden, dass das Potenzial der LED-Beleuchtung bei der Energieeinsparung, bei der deutlichen Verbesserung der Beleuchtungsqualität und bei der gleichzeitigen Kostenersparnis auch wirklich realisierbar ist.
Nach der Auszeichnung, die wir nachher vornehmen werden, wird es einige hier im Saal geben, die keinen Preis erhalten. Doch ich bin der festen Überzeugung: Es gibt hier keine Verlierer in diesem Wettbewerb – es gibt nur Gewinner! Alle, die sich hier engagiert haben, die neue Ideen entwickelt und deren Umsetzung geplant haben, gehören zur Elite. Sie besitzen nun einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Untätigen. Mein Aufruf an Sie Alle lautet deshalb: Nutzen Sie diese Gelegenheit! Arbeiten Sie an der Verwirklichung Ihrer Projekte! Bleiben Sie beharrlich, wenn Sie die ersten Schritte getan haben – jede neu installierte LED Leuchte trägt zum Schutz von Klima und Umwelt bei und schont langfristig und nachhaltig Ihre Haushaltskasse!
Genau dies ist auch das Ziel des Wettbewerbs: Bewegung in die Sache zu bringen. Der Wettbewerb ist Teil der LED-Leitmarktinitiative des BMBF, die wir im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung gestartet haben. Diese „Hightech-Strategie für Deutschland“ hat das Ziel, Kräfte zu bündeln, Leitmärkte zu entwickeln und die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Dazu haben wir Bedarfsfelder festgelegt, in denen dem Staat eine besondere Aufgabe zukommt und die eine herausragende gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung besitzen. Diese Bedarfsfelder sind: Gesundheit und Ernährung, Energie und Klimaschutz sowie Sicherheit, Mobilität und Kommunikation.
Und wir haben schon viel erreicht: Die Hightech-Strategie hat eine neue Qualität im Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gebracht und eine erhebliche Dynamik für mehr Forschung und Entwicklung ausgelöst.
Für den Bereich der Wissenschaft sind hier der Pakt für Forschung und Innovation, der Hochschulpakt und die Exzellenzinitiative zu nennen.
Für den Bereich der Wirtschaft sind die Innovationsallianzen und der Spitzencluster-Wettbewerb beispielhaft.
Wirtschaft und öffentliche Hand haben durch das Wirken der Hightech-Strategie die Investitionen in Forschung und Entwicklung deutlich erhöht und damit wichtige Impulse gegeben für Wettbewerbsfähigkeit, für Wachstum und für Beschäftigung. Und zu den Rahmenbedingungen gehört auch: In keinem anderen Industrieland ist der Anteil der Wertschöpfung, der auf die Produktion forschungsintensiver Güter und wissensintensiver Dienstleistungen entfällt, höher als in Deutschland. Deshalb wird Deutschland die Wirtschaftskrise im Vergleich zu anderen relativ unbeschadet überstehen können.
Vor der Krise haben wir rechtzeitig auf Hightech gesetzt. Jetzt müssen wir die Gelegenheit nutzen, um uns für die Zeit danach vorzubereiten. Die Welt wird nach der Finanz- und Wirtschaftskrise eine andere sein als zuvor. Niemand darf glauben, dass der globale Wissenswettlauf jetzt eine Pause einlegt. Er wird durch die Krise sogar noch weiter beschleunigt. Auch der internationale Wettbewerb um Talente, um Technologien und Marktführerschaft wird zunehmen. Bildung, Forschung und Entwicklung werden immer wichtiger. Sie schaffen die entscheidenden Grundlagen für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand.
Meine Damen und Herren,
wir entwickeln jetzt die Hightech-Strategie weiter zur Hightech-Strategie 2.0.
Wir werden
· neue Brücken bauen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und damit Kräfte weiter bündeln und mobilisieren, und wir werden
· Leitmärkte in den globalen Bedarfsfeldern schaffen und ausbauen.
Dabei werden wir uns künftig noch stärker auf die genannten Bedarfsfelder konzentrieren. Ziel ist es, durch Innovationen Leitmärkte zu prägen und Deutschland zum Vorreiter bei der Lösung globaler Herausforderungen zu machen. Wir brauchen Innovationen in unseren starken Schlüsseltechnologien, um Wohlstand und hochwertige Arbeit in Deutschland zu sichern.
Biotechnologie, Mikro- und Nanotechnologie, Produktionstechnologie und die Photonik – Basisinnovationen in diesen Technologien sind der Schlüssel für die Gestaltung der Bedarfsfelder. Ohne immer neue Ideen und kreative Lösungen in diesen Gebieten läuft Deutschland Gefahr, den Anschluss zu verlieren – die Schlüsseltechnologien müssen wir deshalb mit aller Kraft weiter entwickeln und vorantreiben.
Ziel meines Hauses ist es deshalb, die Spitzenstellung Deutschlands im Bereich der Schlüsseltechnologien zu festigen und auszubauen, die Umsetzung der Forschungsergebnisse zu forcieren und dabei neue Anwendungsfelder zu erschließen. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und damit die wirtschaftliche Zukunft unserer wissensbasierten Gesellschaft hängen entscheidend davon ab, wie entschlossen wir die Chancen der Schlüsseltechnologien nutzen.
Deshalb fördert mein Haus auch künftig herausragende Technologieprojekte in den Schlüsseltechnologien. Die Photonik mit der LED-Technologie ist hier beispielhaft. Die Förderung technologisch innovativer Projekte hat mitgeholfen, Deutschland in diesem Bereich an die Spitze zu bringen. Nun gilt es, neue Anwendungen noch schneller als bisher zu erschließen.
Die LED-Beleuchtung ist energieeffizient, sie sichert Arbeit in Deutschland und sogar ihre Entsorgung ist umweltverträglich. Doch wir stehen noch am Anfang dieser neuen Technologie. Wie entwickelt sich dieser Markt? Welche Risiken gibt es? Wie können wir die Marktposition deutscher Hersteller halten und ausbauen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
diesen Fragen stellt sich die 2009 gestartete LED-Leitmarktinitiative! Wir wollen die Forschungsergebnisse aus dem LED-Bereich schnellstmöglich in die Allgemein-Beleuchtung überführen. Wir wollen die Einführung der neuen Lichttechnik nutzen, um den Standort Deutschland zu stärken. Und wir wollen mit der neuen Technologie Energie einsparen und den CO2-Ausstoß verringern.
Dazu haben wir den Wettbewerb „Kommunen in neuem Licht“ ins Leben gerufen: Wir haben Sie, liebe Gemeindevertreter, aufgefordert, innovative und kreative Ideen zu präsentieren, die energie- und kosteneffizient sind und organisatorische Innovationen wie etwa Contracting-Modelle ermöglichen. Die besten Ideen und deren Umsetzung fördert mein Haus mit jeweils bis zu zwei Millionen Euro. Das nenne ich gelebte Innovation – neue Ideen, neue Produkte, neue Dienstleistungen – bei gleichzeitiger Entlastung der Umwelt.
Wir haben über 140 Vorschläge dazu bekommen, mit einem Finanzvolumen von über 150 Millionen €. Das ist rund ein Drittel der jährlichen Investitionen in die kommunale Lichttechnik. Diese überwältigende Resonanz zeigt den großen Erfolg unserer Initiative.
Die Kommunen, die Wirtschaft und die Wissenschaft haben sich durch die Arbeit an gemeinsamen Projekten stärker vernetzt und treiben gemeinsam den Klimaschutz voran – bei gleichzeitiger Kostenersparnis. LED-Produkte werden durch diese Initiative öffentlichkeitswirksam eingesetzt und die Erfahrungen im Alltag dokumentiert. Dies wird die Nachfrage nach dieser Technologie deutlich erhöhen.
Damit gliedert sich der Wettbewerb hervorragend in die Hightech-Strategie der Bundesregierung ein, die ja genau diese Ziele verfolgt. Der Erfolg dieses Wettbewerbs ermutigt uns, auf diesem Weg weiterzugehen und die praktische Umsetzung von Forschungsprojekten weiter zu unterstützen. Und der Wettbewerb passt auch in das Jahr der Energie. Die Klima-Energie-Thematik ist eine globale Aufgabe, für die die Forschung Lösungen entwickeln und bereit stellen muss. Es geht dabei um Lösungen mit Blick auf natürliche Energiequellen, Energie- und Ressourceneffizienz. Und da sind wir mit LEDs bei der Beleuchtung genau auf dem richtigen Weg!
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
die Ausarbeitung der Projektvorschläge erforderte von Ihnen viel Ausdauer und Engagement. Für diesen Einsatz danke ich Ihnen Allen. Letztlich sind es immer die Menschen, die Strategien mit Leben erfüllen, die Ideen erarbeiten und Pläne in die Tat umsetzen. Ohne Sie, ohne die Menschen hinter den Projekten ist jede Strategie erfolglos.
Ich möchte Sie deshalb noch einmal ermutigen: Verwirklichen Sie Ihre Konzepte auch dann, wenn Sie hier nicht gewinnen! Nutzen Sie Ihren Vorsprung gegenüber denjenigen, die sich der Herausforderung des Wettbewerbs nicht gestellt und den Ansporn zu gewinnen nicht genutzt haben!
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen viel Glück bei dieser Bekanntgabe und einen spannenden und informativen Besuch dieser Messe. Vielen Dank!

