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Meine Rede anlässlich der Eröffnung der Sonderaustellung "Safari zum Urmenschen"


Datum: 08.10.2009

Eröffnung der Ausstellung im Naturmuseum Senckenberg am 8. Oktober 2009 in Frankfurt am Main

Wer Zukunft gestalten will, der braucht das Wissen um die Vergangenheit. Winston Churchill hat einmal gesagt: „Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen.“ Die Frage nach unserer Herkunft beschäftigt uns Menschen seit wir denken können. Generationen von Geisteswissenschaftlern, Theologen und Naturwissenschaftlern haben über diese Frage immer wieder aufs Neue nachgedacht und sind jeweils zu ganz eigenen Ergebnissen gekommen.

Auch die Sonderausstellung „Safari zum Urmenschen“ hier am Senckenberg-Museum nimmt uns mit in vergangene Zeiten; sie nimmt uns mit auf eine eindrucksvolle Zeitreise in die Vergangenheit. Eine Reise, die zur Wiege der Menschheit führt.

Die Besucherinnen und Besucher erleben hier nicht nur moderne Paläontologie. Von besonderer Aktualität sind gerade die wissenschaftlichen Fragen, die diese Ausstellung transportiert. Denn spätestens seit der industriellen Revolution greift der Mensch sehr stark in seine Umwelt ein und verändert damit unsere Ökosysteme. Vergleiche mit der Vergangenheit – vor allem über sehr lange Perioden – lassen uns diese Veränderungen besser verstehen und auf dieser Grundlage die richtigen Entscheidungen für morgen treffen.Aus dem Wissen über die Vergangenheit können wir ein vernünftiges Management des Systems Erde-Mensch ableiten. Und mit vernünftig meine ich, dieses „System Erde“ in einer Art und Weise zu nutzen, die uns die lebensnotwendigen Ressourcen auch für kommende Generationen erhalten lassen.

Es ist eine Frage der Gerechtigkeit hier die richtige Balance zu finden. Wissenschaft und Forschung leisten einen entscheidenden Beitrag, um diese globale Menschheitsaufgabe erfolgreich und mit dem Weitblick für nachfolgende Generationen zu gestalten.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Gesellschaft – die Menschen in unserem Land genauso wie die Weltgemeinschaft – die Erkenntnisse von Wissenschaft und Forschung versteht und trägt. Die naturforschenden Museen in Deutschland erfüllen hier eine immer wichtiger werdende Aufgabe. Denn sie wenden sich nicht an ein wissenschaftliches Fachpublikum. Forschungsmuseen wenden sich an eine breite Öffentlichkeit. Sie schlagen die Brücke von der Forschung zur Bildung und sind ein wichtiger Partner im Dialog von Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Gleichzeitig bieten die Forschungsmuseen der Leibniz‑Gemeinschaft mit ihren Sammlungen und Exponaten eine einzigartige Forschungsinfrastruktur. Sie sind Magneten für Forschende aus aller Welt.

Es war deshalb ein richtiger und längst überfälliger Schritt, die forschenden Museen in Deutschland, die unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft organisiert sind, dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zuzuordnen. Die neue Struktur sichert ihnen eine bedarfsgerechte Finanzierung im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation, den wir im Juni verlängert haben. Zugleich stärken wir mit den Forschungsbudgets eine realistische und wissenschaftsangemessene Forschungsplanung in den Museen.

Senckenberg ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen.[1] Ein weiterer Ausbau steht hier in Frankfurt bevor. Mit diesen Erweiterungsplanungen können wir uns nach der „Safari zum Urmenschen“ auf weitere spannende Sonderausstellungen freuen.

Ich wünsche uns allen eine interessante und spannende Reise zur Wiege der Menschheit. Und vor allem wünsche ich mir, dass durch diese Ausstellung auch viele junge Menschen für Wissenschaft und Forschung fasziniert werden.

Vielen Dank.