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Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung des Ernst Ruska Centrums mit dem National Center for Electron Microscopy am 4. September 2008 in Aachen


Datum: 08.09.2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin heute Morgen sehr gerne zu Ihnen nach Aachen ins Hotel Quellenhof gekommen, um Sie zu der Kooperationsvereinbarung, die heute hier unterzeichnet wird, zu beglückwünschen und einige einführende Worte aus der Sicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu sprechen.

Mit dieser Kooperationsvereinbarung stellen die beiden führenden Kompetenzzentren in der Elektronenmikroskopie in den USA und Deutschland ihre Zusammenarbeit auf eine neue vertragliche Basis. Die Präambel des Memorandum of Understanding verweist auf die guten Arbeitsbeziehungen - „a fruitful but informal collaboration“ - die sich in den vergangen Jahren entwickelt haben. Das National Center for Electron Microscopy sowie Ernst Ruska – Centrum dokumentieren mit der heutigen Vereinbarung den Willen, diese Beziehungen zu einer umfassenden transatlantischen Zusammenarbeit auszubauen.

Ich kann Sie nur ermuntern, auf diesem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Das Forschungszentrum Jülich, das neben der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Träger des Ernst Ruska Centrums ist, hat in den vergangenen Jahren auf nationaler wie internationaler Ebene seine Kooperationen ausgebaut. Mit Blick auf die USA denke ich hier vor allem an die Kooperation an der Spallationsneutronenquelle des Oak Ridge National Laboratory.

Die gemeinsame Arbeit in der Elektronenmikroskopie und –spektroskopie zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen hat vor vier Jahren zur Gründung des Ernst Ruska-Centrum geführt. Dies war auch wegweisend für die Jülich Aachen Research Alliance, kurz JARA genannt. Mit JARA wurde ein neues Modell der Kooperation zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung in Bereichen Neurowissenschaften, Informationstechnologie, Simulationswissenschaften begründet - in Kürze wird dieses Kooperationsmodell auch auf die Energieforschung ausgedehnt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung begrüßt dies nachdrücklich, da damit die in Deutschland traditionell strikte Trennung zwischen Hochschulen und Forschungszentren aufgebrochen wird.

Der Schlüssel für eine nachhaltige Erhöhung unseres künftigen Wachstumspotentials sind hohe Investitionen in Bildung und Forschung. Bildung und Qualifizierung sind die Grundlage für Wohlstand und wirtschaftliche Stärke. Wer im internationalen Konzert der Volkswirtschaften auch künftig vorne mitspielen will, der braucht kluge Köpfe und hervorragend qualifizierte Fachkräfte, der braucht Leistungsträger in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Die Bundesregierung hat daher in zentralen Bereichen Maßnahmen zur Modernisierung unseres Wissenschafts- und Forschungssystems ergriffen. Dabei geht es um

·       die Exzellenzinitiative,

·       den Hochschulpakt 2020,

·       den Pakt für Forschung und Innovation.

Bund und Länder sind sich dabei einig, das alle drei Initiativen für den Forschungsstandort Deutschland von herausragender Bedeutung sind und deshalb fortgeführt werden sollen. Zur Zeit wird intensiv daran gearbeitet, dass die entsprechenden Entscheidungen im Herbst bzw. zum Ende dieses Jahres gefasst werden können.

Die Exzellenzinitiative der Hochschulen zielt auf Wettbewerb, auf Qualität, nicht auf regionale Ausgewogenheit. Ziel ist die Förderung international wettbewerbsfähiger und damit auch sichtbarer Forschung an Hochschulen. An insgesamt 37 Hochschulen aus 13 Ländern wird zur Zeit exzellente, international wettbewerbsfähige Forschung gefördert.

Dabei geht der Erfolg weit über die auf den ersten Blick erkennbaren Sieger – zu denen ja auch die Aachener Region gehört – hinaus. Gemeint sind z. B. die häufigen Beteiligungen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und weiterer Hochschulen an Exzellenzprojekten. Gemeint ist auch der „frische Wind“ und die Aufbruchstimmung, die zweifellos die gesamte deutsche Hochschullandschaft erfasst hat.

Auch der im letzten Jahr beschlossene Hochschulpakt 2020 ist ein Beispiel für das gute Zusammenwirken von Bund und Ländern im Bereich von Wissenschaft und Forschung. Die beiden Programmlinien zur Aufnahme zusätzlicher Studienanfänger und zur Finanzierung von Programmpauschalen für DFG-geförderte Forschungsprojekte zielen darauf ab, die Studiermöglichkeiten der jungen Generation und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung zu verbessern. Bis 2010 soll es möglich sein, dass bis über 90.000 zusätzliche Studienanfänger ihr Studium aufnehmen können.

Mit dem Pakt für Forschung und Innovation werden von 2006 bis 2010 ca. 2,34 Mrd. Euro in diesen Zukunftsbereichen von Bund und Ländern zusätzlich realisiert. Wir haben mit dem Pakt einen Prozess zur langfristigen Sicherung und Stärkung der Innovationsfähigkeit des Wissenschaftssystems eingeleitet. Dadurch wollen wir unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit auch zukünftig gewährleisten. Die bisher erreichten qualitativen und quantitativen Ergebnisse machen deutlich, dass sich das Instrument bewährt hat und wichtige Impulse zur Fortentwicklung des Wissenschaftssystems gibt.

Sie sehen, dass die Schaffung von förderlichen Rahmenbedingungen und die Steigerung der Investitionen in Bildung und Forschung ganz oben auf der Agenda der Bundesregierung stehen. Der eingeleitete Strukturwandel ist zur Zeit in vollem Gange, muss sich aber, wenn er denn erfolgreich sein will, längerfristig  und nachhaltig vollziehen. Daher wird gegenwärtig darüber verhandelt, wie die Fortsetzung und Weiterentwicklung der begonnenen strategischen Maßnahmen über das Jahr 2010 erreicht werden kann. Ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird.

Doch zurück zur Kooperation des National Center for Electron Microscopy mit dem Ernst Ruska-Centrum. Die Partner haben sich nicht nur allgemein zum Ziel gesetzt, ihre zukünftige Zusammenarbeit auf eine neue Basis zu stellen, sondern auch konkrete Bereiche vereinbart. Dabei geht es um die technische Weiterentwicklung der Elektronenmikroskope; Forschungsprojekte zur Struktur der kondensierten Materie und vor allem exzellente Ausbildungsbildungsmöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die gesteckten Ziele erreichen und den Mitarbeiterrinnen und Mitarbeitern der beiden Zentren auf diesem Weg viel Erfolg!