Auftaktveranstaltung "MINToring - Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler"


Mein Statement anlässlich der Auftaktveranstaltung "MINToring - Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler" in Berlin

Datum: 08.12.2008

Der Fachkräftemangel im MINT-Bereich stellt Wirtschaft und Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Er ist ein Hemmnis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) beziffert die Lücke zwischen dem gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot und den theoretisch verfügbaren Ingenieuren aktuell auf rund 70.000 Stellen. Im aktuellen BITKOM-Branchenbarometer geben 58 Prozent der Unternehmen an, dass der Experten-Mangel die Geschäfte bremst.

Das müssen wir ändern. Das kann jedoch der Staat nicht verordnen, aber er kann Rahmenbedingungen setzen und Anreize schaffen. Doch müssen vor allem die Unternehmen ihren Beitrag leisten. Um dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich vorzubeugen, gilt es, schon früh das Interesse junger Menschen für diese Zukunftsbranchen zu wecken.

Angesichts der demografischen Entwicklung stellt das unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Hier müssen wir dringend handeln, um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes nicht zu gefährden. Mit der Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ hat die Bundesregierung auf diese Herausforderung reagiert. Der Qualifizierungsgipfel von Bund und Ländern vor 6 Wochen in Dresden war ein klares Bekenntnis zu mehr Bildung und Qualifizierung in Deutschland. Ab 2015 soll jeder zehnte Euro in Bildung und Forschung fließen.

Für mehr Fachkräfte im MINT-Bereich müssen wir an vielen Stellen ansetzen:

Erstens: Wir müssen junge Menschen schon frühzeitig für Natur- und Technikwissenschaften begeistern. Mit dem „Haus der kleinen Forscher“, den Wissenschaftsjahren oder mit Initiativen wie „Schulen ans Netz“ haben wir wichtige Schritte gemacht, um Kindern und Jugendlichen die Faszination von Naturwissenschaft und Technik näherzubringen. Doch Schülerinnen und Schüler müssen noch stärker als bisher in der Schule mit Naturwissenschaften und Technik vertraut gemacht werden, um Hemmschwellen abzubauen und neue Wissenswelten zu erschließen.

Zweitens: Wir müssen mehr Frauen für eine Ausbildung oder ein Studium im MINT-Bereich gewinnen. Mit dem nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen wollen wir mehr junge Frauen dazu ermutigen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Neigungen zu haben.

Drittens: Um der steigenden Nachfrage nach Fachkräften mit akademischen Abschluss nachzukommen, gilt es, Absolventen der beruflichen Bildung künftig den Weg an die Hochschulen zu erleichtern. Unser Ziel ist es, die Studierendenquote in den MINT-Fächern deutlich zu erhöhen und die Studienabbrecherquote zu verringern. Deshalb hat das BMBF das Programm  „Aufstiegsstipendium“ ins Leben gerufen.  Menschen, die in Ausbildung und Beruf ihr besonderes Talent bewiesen haben, sollen durch die Aufstiegsstipendien einen zusätzlichen Anreiz zur Aufnahme eines Studiums erhalten.

Viertens: Lebenslanges Lernen und Weiterbildung muss noch stärker in das Bewusstsein der Unternehmen rücken. Der Bund startet hierfür ein breit angelegtes Maßnahmepaket. Er wird eine Bildungsprämie einführen, eine Weiterbildungskampagne initiieren und die Weiterbildungsaktivititäten in KMU’s fördern.

Vielerorts muss das Bewusstsein noch reifen, dass Fachkräfte nicht „just in time“ abrufbar sind. Wir brauchen wieder längerfristigere Unternehmensstrategien und daher finde ich das Engagement der Stiftung der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit den zahlreichen Partnern vor Ort für das Projekt MINToring einen erstklassigen Ansatz und wird daher im Rahmen der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung von uns mit gut 2 Millionen Euro unterstützt.

Das BMBF und die Stiftung der Deutschen Wirtschaft verbindet eine erfolgreiche Zusammenarbeit: das Förderprogramm „MINToring – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler“ ist dabei wichtiger Meilenstein. Ich wünsche der SDW und den beteiligten Partener, dass das „MINToring-Projekt“ zu einer Art „Best-Practice-Modell“ am Übergang Schule – Hochschule wird, das mehr MINT-Nachwuchs in Deutschland sichert und hoffe natürlich, dass sich viele Projektteilnehmer für ein MINT-Studium entscheiden.