Forschungssekretär Rachel informiert sich über Leberkrebsforschung an der Universitätsklinik Aachen/RWTH

Datum: 15.04.2008
Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), besuchte am heutigen Dienstag (15. April) das Uniklinikum Aachen (UKA), um sich bei Dr. Tom Lüdde und seiner Arbeitsgruppe über ihre Studien zum Zusammenhang zwischen chronischen Leberentzündungen und Leberkrebs zu informieren. Der 33-jährige Lüdde hat als einziger an einer deutschen Universitätsklinik arbeitender Mediziner einen erfolgreichen Förderantrag für den neu ins Leben gerufenen „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrat (ERC) gestellt. Es geht um eine Fördersumme von 1,6 Millionen Euro. Von den 10 000 Wissenschaftlern aus den Bereichen Natur-, Ingenieurs- und Sozialwissenschaften, die sich EU-weit ebenfalls um Förderung bewarben, konnten sich 300 mit ihren Anträgen durchsetzen, darunter sechs deutsche Anträge aus dem Bereich Biomedizin. Das Aachener Klinikum hat sich als einziges Uniklinikum für die Förderung qualifiziert. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Thomas Rachel gratulierte Tom Lüdde zu der außergewöhnlichen Förderung durch den Europäischen Forschungsrat, der Pionierforschung in grundlagenorientierten Themen prämiert.
Mit den Fördermitteln wollen Lüdde und sein Team entzündliche Signalwege in der Entstehung akuter und chronischer Lebererkrankungen sowie in der Entstehung des Leberkrebses untersuchen. Die Aachener Forschungsanstrengungen zum Zusammenhang zwischen chronischen Leberentzündungen und Leberkrebs sind, betonte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel, sehr wichtig, da Lebererkrankungen weltweit ein großes gesundheitliches Problem darstellen. So sind weltweit ungefähr eine halbe Milliarde Menschen mit einem Hepatitisvirus infiziert (wesentlich mehr als HIV-Infizierte). Die molekularen Mechanismen, die der Entartung von Leberzellen zugrunde liegen, sei noch weitgehend ungeklärt, erläuterte Rachel. Wenn eine Lebererkrankung nicht geheilt werden kann, entwickelt sich auf ihrem Boden oft ein Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom). „In unserer Forschung beschäftigen wir uns mit der Rolle zellulärer Botenstoffe, sogenannter Zytokine, und den durch sie aktivierten intrazellulären Signalkaskaden in der Leberentzündung, außerdem mit dem Übergang von einer Hepatitis zu einem Karzinom“, erklärte Lüdde dem Staatssekretär des BMBF während des Rundgangs durch das Labor. Dass diese entzündlichen Signalkaskaden die Regeneration der Leber beeinflussen, war bekannt. Die Wissenschaftler des UKA fanden heraus, dass sie auch Einfluss auf die Entstehung von Leberkrebs haben. „Ziel unserer Forschung ist es, weitere Kenntnisse über die Biologie der Leberkrebsentstehung zu gewinnen und langfristig neue Kandidaten für eine zukünftige molekulare Prophylaxe und Therapie des Leberkrebses zu identifizieren“, sagt Lüdde.
Die Bundesregierung hat zur Unterstützung der grundlagenorientierten Pionierforschung in Deutschland eine Nationale Kontaktstelle eingerichtet, die von den beiden Einrichtungen EU-Büro des BMBF und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) getragen wird. Deutsche Antragstellende werden zu den Ausschreibungen des Europäischen Forschungsrates (ERC) beraten und bei der Antragstellung unterstützt, um erfolgreich Projektmittel einzuwerben.
